Die U.S. Attorney’s Office im Western District of New York hat gegen den 21-jährigen Jay Sunilbharthi Goswami aus Jersey City eine Strafbeschwerde wegen Drahtbetrugs, Verschwörung zum Drahtbetrug, Geldwäsche und Verschwörung zur Geldwäsche eingereicht. Die Ermittler führen den Fall auf eine Serie von Telefon- und Internetbetrügereien zurück, die gezielt ältere Personen trafen. Für neun ausgewiesene Opfer wird ein Gesamtschaden von 7.559.185 US-Dollar genannt. Die Höchststrafen für die angeführten Delikte belaufen sich jeweils auf bis zu 20 Jahre Freiheitsentzug.
Nach Behördenangaben trat Goswami am 17. August 2026 erstmals vor einem US-Magistratsrichter auf und wurde unter Auflagen freigelassen. Am 18. August soll er daraufhin gegen 10:25 Uhr die Vereinigten Staaten über die Peace Bridge in Richtung Kanada verlassen haben. Kanadische Stellen nahmen ihn am Toronto Pearson International Airport wegen Einreiseverstößen fest; am 20. August erfolgte eine vorläufige Festnahme auf Ersuchen der USA. Die US-Behörden arbeiten mit Kanada an einer Auslieferung.
Der Strafschrift zufolge nutzten die Täter ein Schema, bei dem sich Anrufer als Behörden- oder Unternehmensvertreter ausgaben, angebliche Sicherheitsbedrohungen schilderten und Betroffene zur Herausgabe von Vermögenswerten drängten. Goswami wird vorgeworfen, als sogenannter Geldkurier Bargeld und Gold von Opfern im Alter zwischen 59 und 87 Jahren persönlich abgeholt oder Abholungen organisiert zu haben. Zudem habe er zwischen dem 1. August 2025 und dem 6. April 2026 mehr als 90.000 US-Dollar in bar auf ein Bankkonto eingezahlt, was die Ermittler als mutmaßliche Entlohnung für seine Rolle werten.
Die Ermittlungen werden von IRS Criminal Investigation geführt. Unterstützend tätig waren unter anderem die New York State Police, die New Jersey State Police, Homeland Security Investigations, das U.S. Marshals Service und die U.S. Border Patrol. Die Staatsanwaltschaft betont, dass es sich bislang um Anschuldigungen handelt; Goswami gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.
Der Fall reiht sich in einen breiteren Trend sogenannter Imposter-Betrugsmaschen ein, bei denen sich Täter als Amtsträger oder Servicemitarbeiter ausgeben und insbesondere ältere Menschen zur Übergabe von Bargeld, Gold oder Wertgegenständen bewegen. Die zuständige Bundesanwaltschaft im Western District of New York verweist auf eine Zunahme derartiger Delikte, die häufig grenzüberschreitend organisiert sind und Kuriere einsetzen, um Vermögenswerte rasch aus dem Zugriff der Opfer und der Ermittlungsbehörden zu bringen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).