Umwelt

Amazonas führt rund zehnmal mehr Wasser als Mississippi – ein Vergleich der mittleren Abflüsse

Der Amazonas transportiert pro Sekunde ein Vielfaches des Wassers, das der Mississippi liefert. Messwerte mehrerer Fachquellen zeigen: Der Amazonas liegt bei etwa 200–220.000 m³/s, der Mississippi bei rund 17.000 m³/s am Unterlauf.

Der Amazonas setzt den weltweiten Maßstab für Flussabfluss: An der Mündung beträgt sein mittlerer jährlicher Abfluss nach derzeit verfügbaren Messreihen rund 200.000 bis 220.000 Kubikmeter pro Sekunde (m³/s). Damit liefert das System Amazonien einen erheblichen Anteil der globalen Süßwasserzufuhr in die Ozeane und übertrifft den Abfluss des Mississippi um eine Größenordnung. Die Zahlen beruhen auf hydrologischen Übersichten und langjährigen Messreihen, die moderne Schätzungen dem Bereich 200.000–230.000 m³/s zuordnen. ([en.aguasamazonicas.org](https://en.aguasamazonicas.org/waters/flow-floods?utm_source=openai))

Im Vergleich dazu liegt der mittlere Abfluss des Mississippi am Unterlauf bei etwa 600.000 Kubikfuß pro Sekunde; das entspricht rund 17.000 m³/s. Dieser Wert wird in Veröffentlichungen der US-Nationalparkverwaltung und in USGS-Daten genannt und bezieht sich auf die durchschnittliche Abflussgröße nahe New Orleans, also am Ende des Flusssystems vor dem Eintritt in den Golf von Mexiko. Damit ist der Amazonas im Mittel etwa zehn- bis vierzehnmal wasserreicher als der Mississippi. ([nps.gov](https://www.nps.gov/miss/riverfacts.htm?utm_source=openai))

Die unterschiedlichen Größenordnungen erklären sich geografisch und klimatisch: Das Amazonasbecken umfasst etwa ein Drittel Südamerikas, empfängt hohe Jahresniederschläge über ausgedehnte Tropenwälder und wird von mehreren sehr wasserreichen Andenzuflüssen gespeist. Der Mississippi entwässert ein deutlich kleineres Einzugsgebiet mit überwiegend gemässigtem Klima, zahlreichen Stau- und Kanalbauwerken sowie weit verzweigten Zuflüssen. Diese Strukturunterschiede führen zu erheblichen Divergenzen in mittleren und saisonalen Abflüssen. ([eng-ar21.sp-amazon.org](https://eng-ar21.sp-amazon.org/211112%20AR21%20Chapter%2005%20In%20Brief%20%28English%29.pdf?utm_source=openai))

Für Vergleiche ist zudem die Messstelle entscheidend: Der Amazonas zeigt entlang seines Verlaufs starke räumliche Schwankungen; Schätzungen an verschiedenen Messpunkten (Óbidos, Manacapuru) liegen unterschiedlich, weshalb Publikationen Spannen angeben. Auch der Mississippi weist je nach Messstelle—etwa St. Louis, Vicksburg oder New Orleans—variierende Mittelwerte. Für journalistische und wissenschaftliche Zwecke empfiehlt sich die Angabe der Messstation und des Bezugszeitraums. ([comptes-rendus.academie-sciences.fr](https://comptes-rendus.academie-sciences.fr/geoscience/articles/10.1016/j.crte.2005.10.003/?utm_source=openai))

Hydrologisch betrachtet ist der Amazonas kein nur „etwas größerer“ Fluss, sondern ein global dominierendes Süßwassersystem; der Mississippi bleibt für die Vereinigten Staaten von zentraler wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung, erreicht aber im Abfluss nicht annähernd die Dimensionen des Amazonas. Konkrete Vergleiche benötigen stets die Nennung der Messstelle und des Messzeitraums, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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