Das United States Court of Appeals for the Fourth Circuit hat am 18. August 2026 South Carolinas altersbezogene Regel für die Briefwahl ohne Begründung für verfassungswidrig erklärt. Nach Auffassung des Gerichts benachteiligt die bisherige Praxis Wählerinnen und Wähler unter 65 Jahren allein wegen ihres Alters und verletzt damit den Twenty-Sixth Amendment der US-Verfassung. Betroffen ist unter anderem § 7-15-320 des South Carolina Code. Die Entscheidung erging in einem Verfahren, das fünf registrierte Wählerinnen und Wähler aus South Carolina 2023 gegen die State Election Commission angestrengt hatten.
Bislang konnten in South Carolina nur Personen ab 65 Jahren ohne Angabe eines Grundes per Post abstimmen; jüngere Wahlberechtigte mussten einen gesetzlich vorgesehenen Grund vorweisen, etwa Abwesenheit am Wahltag. Ein Bundesbezirksgericht hatte die Regel noch gehalten. Das Fourth Circuit hob dieses Urteil auf und verwies den Fall in Teilen an die Vorinstanz zurück, um die Umsetzung zu klären. Das Berufungsgericht stellte klar, dass ein Staat, der eine bestimmte Wahlmethode bereitstellt, den Zugang dazu nicht selektiv nach dem Lebensalter öffnen darf.
Rechtlich stützt sich das Urteil auf den Twenty-Sixth Amendment, der seit 1971 Wahlrechtsbeschränkungen „wegen des Alters“ verbietet. Der Senat des Fourth Circuit setzte sich mit früheren Präzedenzfällen zum Wahlrecht und dem verfassungsrechtlichen Prüfmaß auseinander und ordnete die Altersgrenze als unzulässige Ungleichbehandlung ein. Bemerkenswert ist die Entscheidung auch deshalb, weil der 26. Verfassungszusatz bislang selten als tragende Grundlage für Eingriffe in Wahlrechtsregelungen herangezogen wurde.
Für South Carolina hat das Urteil unmittelbare Folgen. Der Gesetzgeber oder die Wahlbehörden müssen die Regelung so anpassen, dass die Briefwahl ohne Begründung altersneutral zugänglich ist. Der genaue Umfang der gerichtlichen Anordnung und etwaige Übergangsregelungen sind vom Bezirksgericht umzusetzen. Zugleich könnte der Staat weitere Rechtsmittel prüfen. Beobachter halten es für möglich, dass der Fall den Obersten Gerichtshof der USA beschäftigt, weil ähnliche Altersklauseln in anderen Staaten existieren und die Entscheidung über South Carolina hinausweist.
Zeitgleich berichteten regionale Medien am 31. August 2026 über die Tragweite des Urteils und die nächsten Schritte der Behörden. Für die Vorbereitung der kommenden Wahlen in South Carolina dürfte entscheidend sein, wie rasch und in welcher Form der gesetzliche Rahmen an die verfassungsrechtlichen Vorgaben angepasst wird.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).