Die Cornell University hat mit Wirkung vom 13. Oktober 2026 alle Partys und sonstigen sozialen Veranstaltungen in Häusern der Interfraternity Council bis zum Ende des akademischen Jahres 2026/27 ausgesetzt. Interimspräsident Michael I. Kotlikoff begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, die Kultur rund um sexuelle Gewalt auf dem Campus in Ithaca grundlegend überprüfen zu lassen. Für Betroffene kündigte die Universität zusätzliche Unterstützungsangebote an.
Auslöser sind anhaltende Proteste und eine im September 2026 eingereichte Zivilklage einer als Jane Doe bezeichneten Klägerin. Sie gibt an, im Oktober 2024 bei einer Veranstaltung im Chi‑Phi‑Haus sexuell angegriffen worden zu sein. Die Universität verweist auf bereits eingeleitete disziplinarische Schritte gegen die betreffende Ortsgruppe und betont, dass strafrechtliche Bewertungen unabhängig von universitären Verfahren erfolgen. Konkrete strafrechtliche Entscheidungen liegen derzeit nicht vor.
Das Board of Trustees beauftragte im Zuge der Maßnahmen eine unabhängige Überprüfung, die von Sally Yates, der früheren stellvertretenden Justizministerin der USA, geleitet werden soll. In der Mitteilung nennt die Universität zudem eine Nulltoleranzregel: Sollte eine Ortsgruppe trotz Verbots Veranstaltungen durchführen, droht ihre sofortige Suspendierung im Eilverfahren. Cornell betont, das Paket ziele nicht nur auf Verbindungen, sondern sei Teil breiterer Bemühungen, die soziale Kultur auf dem Campus neu zu ordnen.
Unmittelbar nach der Ankündigung kam es zu Kundgebungen auf dem Campus. Studierendenvertretungen und lokale Amtsträger forderten präzisere Absprachen zwischen Universitätsleitung und Strafverfolgungsbehörden sowie klare Verfahren für Meldungen und Sanktionen. Alumni-Gruppen drängen auf transparente Reformschritte und regelmäßige öffentliche Fortschrittsberichte.
Das Verbot gilt ab dem 13. Oktober 2026 bis zum Ende des akademischen Jahres 2026/27. Die dem Maßnahmenpaket zugrunde liegende mutmaßliche Tat datiert auf Oktober 2024. Die unabhängige Überprüfung unter Leitung von Sally Yates wurde offiziell angekündigt; ihr Mandat umfasst nach Angaben der Universität eine Bestandsaufnahme der Risiken bei studentischen Veranstaltungen, Empfehlungen zu Prävention, Aufsicht und Sanktionspraxis sowie eine Bewertung der bisherigen Richtlinien.
Interessenlage: Die Universitätsleitung reagiert auf öffentliche Empörung und will Handlungsfähigkeit demonstrieren. Betroffenenvertretungen begrüßen den Prüfauftrag, verlangen jedoch verbindliche Fristen und externe Rechenschaft. Für die betroffenen Verbindungen steht kurzfristig der Verlust sozialer Aktivitäten im Vordergrund; langfristig könnten schärfere Auflagen und eine engere Aufsicht die Praxis studentischer Veranstaltungen dauerhaft verändern.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).