Kurzmeldung
Ein früherer Mitarbeiter der Department of Government Efficiency hat in einem am 21. September 2026 veröffentlichten Interview seine elfmonatige Tätigkeit (Januar bis November 2025) innerhalb der Einheit geschildert und damit neuen öffentlichen Druck auf laufende Behördenprüfungen gebracht. Der Bericht enthält persönliche Angaben zu internen Abläufen und ist in die bereits laufenden Untersuchungen mehrerer Aufsichtsinstanzen eingebettet.
Unabhängige Prüfungen des Government Accountability Office (GAO) zeigen, dass große Teile der auf der von der Behörde geführten „Wall of Receipts“ ausgewiesenen Einsparungen für Verträge, Zuschüsse und Mietverhältnisse nicht nachvollziehbar dokumentiert sind; der GAO‑Bericht mit dem Kurztitel DOGE Wall of Receipts wurde am 6. August 2026 veröffentlicht und analysiert Angaben von Januar 2025 bis Juli 2026. Parallel meldete der Office of Inspector General der Social Security Administration (SSA OIG) im Frühjahr 2026 Ermittlungen zu Hinweisen, wonach Mitarbeiter der Einheit möglicherweise unrechtmäßig auf streng geschützte SSA‑Daten zugegriffen oder Kopien davon aufbewahrt haben könnten. Diese OIG‑Prüfungen wurden im März 2026 dem Kongress mitgeteilt.
Die Prüfungen konzentrieren sich auf zwei getrennte, aber miteinander verknüpfte Fragen: Erstens die methodische Nachvollziehbarkeit der von DOGE behaupteten Einsparungen; zweitens die Regelung und Überwachung behördlicher Zugriffsrechte auf personenbezogene Bundesdaten. Der GAO‑Befund bemängelt insbesondere fehlende Nachweise und die geringe Transparenz in der Methodik, der SSA‑OIG‑Vorgang prüft mögliche Datenschutzverletzungen im Umgang mit Sozialversicherungsdaten.
Politische Gremien im Kongress haben infolge der Berichte weitergehende Auskünfte gefordert; mögliche disziplinarische oder strafrechtliche Konsequenzen sind derzeit nicht absehbar und hängen von den Ergebnissen der laufenden Prüfungen ab. Das aktuelle Interview des ehemaligen Mitarbeiters liefert persönliche Einblicke und neue Indizien, ändert aber nichts an der Priorität: Verbindliche Feststellungen sollen auf Grundlage der Amtsberichte von GAO, SSA OIG und der parlamentarischen Akten getroffen werden, nicht allein aufgrund medialer Berichte.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).