Vor der Jury am Plymouth Superior Court in Plymouth (Massachusetts) hat Susan Clancy am Dienstag, 18. August 2026, ausgesagt, ihre ehemalige Schwiegertochter Lindsay Clancy habe in den Monaten vor der Tötung ihrer Kinder „um Hilfe gebettelt“. Sie habe über schwere Schlaflosigkeit und Angstzustände geklagt und gefürchtet, von verordneten Medikamenten abhängig geworden zu sein, sagte Susan Clancy den Geschworenen.
Lindsay Clancy steht in Massachusetts wegen der Tötung ihrer drei Kinder in Duxbury vor Gericht. Die Taten datieren auf den Januar 2023. Nach damaligen Ermittlungsangaben hatte die Mutter ihre Kinder erwürgt und sich anschließend selbst schwer verletzt. Im laufenden Verfahren zeichnet die Verteidigung das Bild einer Frau, die an einer postpartalen Psychose gelitten habe. Die Staatsanwaltschaft hält dem entgegen, die Handlungen seien geplant und kontrolliert gewesen und daher als vorsätzliche Tötung zu werten.
In früheren Verhandlungstagen hörte die Jury bereits Angehörige und medizinisches Personal, die von ausgeprägter Erschöpfung, Angst und dem Ringen um die richtige Medikation berichteten. Dokumente und Aussagen vor Gericht befassten sich zudem mit der Frage, welche Medikamente in welcher Kombination verordnet wurden und wie Clancy deren Wirkung und mögliche Nebenwirkungen wahrnahm. Die Darstellung der Verteidigung stützt sich darauf, dass sich nach der Geburt des jüngsten Kindes psychische Symptome zunehmend verschärft hätten und Clancy selbst aktiv nach Hilfe suchte.
Die Anklage konzentriert sich auf Verhaltensaspekte, die nach ihrer Lesart gegen einen akuten psychotischen Ausnahmezustand sprechen. Dazu zählen aus Sicht der Staatsanwaltschaft Handlungen vor und nach den Taten, die sie als Ausdruck von Zielgerichtetheit interpretiert. Die Frage, ob eine postpartale Psychose im konkreten Fall die Schuldfähigkeit mindert oder ausschließt, ist eine rechtliche Würdigung, über die die Jury anhand der vorgelegten Beweise zu entscheiden hat.
Mit der Aussage von Susan Clancy rückte erneut die Vorgeschichte in den Fokus, in der Lindsay Clancy laut mehreren Zeugen wiederholt Unterstützung suchte und ihre Sorge über die Wirkung von Medikamenten äußerte. Welche Schlüsse daraus für Tatmotivation und Verantwortlichkeit zu ziehen sind, bleibt Kern des Prozesses. Das Gericht setzt die Beweisaufnahme mit weiteren Zeugen fort.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).