Washington, D.C., 17. September 2026 — Robert F. Kennedy Jr., US-Gesundheitsminister im Department of Health and Human Services, hat am Donnerstag die Hauptrede bei der Konferenz der von ihm mitgegründeten Organisation Children’s Health Defense gehalten. Vor mehreren Hundert Teilnehmenden sagte Kennedy laut übereinstimmenden Medienberichten, die Gruppe habe einen Freund im Weißen Haus. Er bezog sich dabei auf den Kurs der Regierung von Präsident Donald Trump.
Kennedy leitete Children’s Health Defense über Jahre und gab Führungsaufgaben auf, als er 2025 das Amt im Health and Human Services übernahm. In seiner Rede hob er nach eigener Darstellung Schritte der Regierung hervor, die Fragen zur Sicherheit von Impfstoffen stärker prüfen, die Auswertung wissenschaftlicher Studien neu ordnen und beratende Gremien im Ressort verändern sollen. Konkrete neue Verfügungen kündigte er nicht an.
Die Reaktionen fielen scharf und gespalten aus. Öffentliche Gesundheitsbehörden, medizinische Fachgesellschaften und unabhängige Expertinnen und Experten warnten, der Auftritt könne Vertrauen in Impfempfehlungen untergraben. Zugleich meldeten Gesundheitsämter in mehreren Bundesstaaten zuletzt vermehrte Masernfälle. Fachliteratur und epidemiologische Daten stützen weiterhin die Bewertung, dass zugelassene Impfstoffe einen hohen Schutz gegen durch Impfungen vermeidbare Krankheiten bieten; behauptete ursächliche Zusammenhänge zwischen gängigen Impfungen und chronischen Leiden gelten als wissenschaftlich nicht belegt. Befürworterinnen und Befürworter von Children’s Health Defense begrüßten dagegen die Ankündigung zusätzlicher Prüfungen und mehr Entscheidungsspielraum für Eltern.
Politisch erhöht der Auftritt den Druck auf das Department of Health and Human Services, die angekündigten Überprüfungen und mögliche Änderungen der Beratungspraxis präzise zu begründen. Beobachter rechnen damit, dass etwaige Anpassungen an Leitlinien oder Gremienbesetzungen rechtlich und im Kongress genau geprüft würden. Welche praktischen Folgen Kennedys Rede haben wird, hängt von formellen Verwaltungsakten des Ressorts und gegebenenfalls anschließenden Gerichtsverfahren ab.
Kennedys Auftritt bei Children’s Health Defense unterstreicht, dass impfkritische Positionen auf Bundesebene sichtbarer geworden sind. Zugleich bleibt die öffentliche Gesundheitskommunikation in den Vereinigten Staaten auf klare, evidenzbasierte Informationen angewiesen, um Vertrauen in Impfempfehlungen zu sichern und Ausbrüche wie die aktuellen Masernfälle einzudämmen.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).