Neue Auswertungen von Regulierern und eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center belegen einen spürbaren Trend: Immer mehr Hausbesitzer in den Vereinigten Staaten reagieren 2025 und 2026 auf steigende Prämien und wachsende Nichtverlängerungen, indem sie zu Policen mit engerem Deckungsumfang wechseln oder die Selbstbeteiligung anheben. Das senkt die laufenden Kosten, erhöht aber im Schadenfall das finanzielle Risiko.
Die National Association of Insurance Commissioners (NAIC) erläutert in ihren Unterlagen, dass Policen wie „dwelling fire“ oder „named perils“ nur ausdrücklich genannte Gefahren abdecken und damit in der Regel günstiger sind als umfassende Standardverträge für die Wohngebäudeversicherung. NAIC-Daten für die Jahre 2018 bis 2024 zeigen zugleich einen deutlichen Anstieg von von Versicherern veranlassten Nichtverlängerungen, je nach Region unterschiedlich stark ausgeprägt. Konkrete Ursachen nennt die Aufsicht unter anderem in höheren Wiederaufbaukosten, Rückversicherungsbedingungen und zunehmenden Schadenbelastungen.
Laut einer Erhebung des Pew Research Center vom Mai 2026 berichten 71 Prozent der Hausbesitzer, ihre Wohngebäudeversicherung sei in den vergangenen Jahren teurer geworden; 42 Prozent sprechen von stark gestiegenen Kosten. Als Reaktion verzichten mehr Haushalte auf Zusatzbausteine, wechseln zu „named perils“-Policen oder vereinbaren höhere Selbstbehalte. Verbraucherverbände und Aufsichten warnen, dass solche Entscheidungen zu Unterversicherung führen können.
Staatliche Verbraucherhinweise, etwa des Nevada Department of Insurance, weisen darauf hin, dass Basispolicen typische Risiken wie Brand oder Blitzschlag abdecken, häufig aber Hochwasser- und Erdbebenschäden ausschließen. Das erhöht im Katastrophenfall die Lücke zwischen tatsächlichem Schaden und ersetztem Betrag und kann Folgen für private Kreditgeber wie auch für öffentliche Hilfsprogramme haben.
Das US-Finanzministerium, dessen Federal Insurance Office den Markt 2018 bis 2022 analysiert hat, sieht strukturelle Belastungen bei Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Wohngebäudeversicherung. Für Aufsicht und Politik ergeben sich daraus zwei Aufgaben: Erstens müssen Transparenz und Vergleichbarkeit von Policen verbessert werden, damit Verbraucher Deckungslücken erkennen. Zweitens sind Maßnahmen zur Dämpfung systemischer Risiken notwendig, etwa durch Präventionsprogramme und einen tragfähigen Rahmen für Risiko- und Rückversicherung. Wie sich Prämien und Policenformen weiter entwickeln, hängt nach übereinstimmenden Einschätzungen vor allem von Wetterextremen, Baukosten und den Bedingungen am Rückversicherungsmarkt ab; belastbare Prognosen sind derzeit nur eingeschränkt möglich.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).