Ein Nasa-Satellitenbild vom 27. September 2026 zeigt mehrere kräftige Tropenstürme im Nordost- und Zentralpazifik. Kurz darauf trafen ihre Auswirkungen an Land: Hurrikan Polo näherte sich am 28. September der Westküste der mexikanischen Halbinsel Baja California Sur und ging nach Einschätzung des National Hurricane Center in den späten Abendstunden lokalzeitlich an Land. Zuvor hatte sich Polo über ungewöhnlich warmem Wasser extrem rasch verstärkt und zeitweise Kategorie 5 erreicht, schwächte sich vor dem Landfall jedoch ab. Beim ersten Auftreffen wurde das System nahe Kategorie 2 eingestuft. Polo zog anschließend über die Halbinsel, querte den Golf von Kalifornien und erreichte am 29. September bei Guaymas ein zweites Mal die Küste. Das National Hurricane Center warnte vor gefährlichen Winden, Sturmflut sowie ergiebigen Regenfällen mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen in Teilen von Baja California Sur und Sonora.
Zur gleichen Zeit führte Hurrikan Nolo südlich der hawaiianischen Inselkette zu massiven Niederschlägen. Auf Teilen von Maui und der Insel Hawaiʻi fielen lokal mehr als 30 Zentimeter Regen. Berichtet wurden überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und Hangrutschungen. Obwohl Nolo die Inseln nicht direkt traf, warnte der National Weather Service vor anhaltend gefährlichen Meeresbedingungen und weiteren Starkgüssen in Teilen von Maui County. Die Behörden koordinierten Evakuierungen und Notfallmaßnahmen.
Die Kombination aus Polo und seinen Resten sowie Feuchte aus weiteren Systemen erhöhte nach Einschätzung von Vorhersagezentren das Risiko für Starkregen bis in den Südwesten der Vereinigten Staaten und die südlichen Plains in den Folgetagen. Schadens- und Opferbilanzen lagen zunächst nicht vollständig vor. Das Disasters Program der Nasa unterstützt gemeinsam mit der Bundeskatastrophenschutzbehörde FEMA den Bundesstaat Hawaii mit Karten und Datenprodukten zur Lageeinschätzung.
Die Saisonstatistik unterstreicht die außergewöhnliche Aktivität: Bis zum 28. September wurden in den nordöstlichen und zentralen Pazifikbecken 20 benannte Stürme gezählt, neun davon Hurrikane. Damit liegt die Saison deutlich über dem Durchschnitt von 1991 bis 2020. Nach Daten der Colorado State University war die akkumulierte Zyklonenergie im Nordostpazifik mehr als doppelt so hoch wie üblich. Fachleute führen die Häufung und Intensität der Stürme unter anderem auf das seit Juni andauernde El Niño zurück. Warmes Wasser im äquatorialen Pazifik und geringe vertikale Windscherung begünstigen die Entstehung und Verstärkung tropischer Wirbelstürme.
Die Lage bleibt dynamisch: Entlang der mexikanischen Pazifikküste liefen parallel weitere Systeme, die gefährliche Brandung, Rip-Strömungen und zusätzliche Regenfälle auslösen konnten. Für die südwestlichen US-Bundesstaaten galten verbreitet Hinweise auf mögliche Überflutungen, während Hawaii nach den schwersten Regenfällen mit Aufräumarbeiten begann.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).