Wirtschaft

ICCT-Analyse beziffert Preisaufschlag für grünen Stahl in den USA – Energiekosten und Politik als Hebel

Der International Council on Clean Transportation (ICCT) hat am 24. August 2026 eine Studie zu Produktionskosten von grünem Stahl in den USA vorgelegt. Ergebnis: Ohne günstigeren Strom und Wasserstoff sowie gezielte Förderung bleibt ein…

Der International Council on Clean Transportation (ICCT) hat am 24. August 2026 eine Arbeitsstudie zu den Produktionskosten von grünem Stahl in den USA veröffentlicht. Kernbefund: Primärstahl aus klimafreundlichen Verfahren bleibt unter heutigen Marktbedingungen teurer als Stahl aus kohlebasierten Hochofenrouten; Höhe und Tempo der Kostensenkung hängen maßgeblich von den Preisen für Strom und insbesondere für Wasserstoff sowie von politischen Anreizen ab.

Die Analyse vergleicht mehrere technologische Pfade, darunter wasserstoffbasierte Direktreduktion mit Electric Arc Furnaces (H2‑DRI‑EAF) und stärker elektrifizierte Prozessketten. Sie zerlegt die Gesamtkosten in Energie, Investitionen und Rohstoffe. Laut ICCT treiben vor allem die Kosten für erneuerbaren Strom und elektrolytisch erzeugten Wasserstoff den Preisaufschlag („Green Premium“). Hinzu kommen hohe Anfangsinvestitionen für Umrüstungen und neue DRI‑EAF‑Kapazitäten, die die Herstellkosten in den ersten Betriebsjahren zusätzlich belasten.

Politisch nennt die Studie mehrere Stellschrauben, die den Kostennachteil reduzieren können: Investitionszuschüsse, laufende Betriebshilfen, langfristige Abnahmeverträge für Strom und Wasserstoff, Standards für Emissionsintensitäten sowie handelspolitische Instrumente an der Grenze. Welche Mischung wirkt, hängt laut ICCT von regionalen Energiepreisen, Netzkapazitäten und der Verfügbarkeit von erneuerbaren Projekten ab. Externe Analysen, etwa der Rhodium Group und der International Energy Agency, stützen die Einschätzung, dass Skaleneffekte bei Elektrolyseuren und ein schneller Ausbau günstiger erneuerbarer Erzeugung entscheidend sind, um Kosten zu drücken.

Für die US‑Stahlindustrie und ihre Abnehmer in Automobil- und Bauwirtschaft bedeutet ein fortbestehender Preisaufschlag vorerst höhere Materialkosten und potenzielle Verschiebungen in Beschaffung und Vertragsgestaltung. Öffentliche Beschaffung mit klaren Emissionskriterien sowie gezielte Infrastrukturinvestitionen in Netze und Wasserstoff können nach Einschätzung des ICCT Planungssicherheit schaffen und private Investitionen auslösen. Ob und wann Kostenparität zu konventionellen Verfahren erreicht wird, hängt jedoch von der Entwicklung der Energiepreise und der Ausgestaltung der Förderinstrumente ab.

Die Studie versteht sich als datenbasierte Grundlage für industrie- und klimapolitische Entscheidungen in den USA. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisbandbreiten sensibel auf Annahmen zu Stromgestehungskosten, Elektrolyseauslastung und Eisenerzqualität reagieren. Belastbare Kostenniveaus für grünen Primärstahl lassen sich daher nur im Zusammenspiel aus fallenden Energie- und Technologiepreisen, verlässlicher Regulierung und wachsender Nachfrage durch Abnehmerbranchen erreichen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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