Polizei & Justiz

ICE prüft Elektro-Schockhandschuhe für den Dienst – Bundespläne stoßen nach Schulfällen in Nebraska auf Widerstand

Die US-Behörde Immigration and Customs Enforcement erwägt die Beschaffung von G.L.O.V.E.-Handschuhen (CTG-5) für Einsatzkräfte. Eine DHS-Vorankündigung veranschlagt bis zu 20 Millionen Dollar und nennt den 31. März 2027 als Zieltermin. Nach Vorfällen in Omaha…

Die US-Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) prüft die Anschaffung von sogenannten G.L.O.V.E.-Handschuhen (Generated Low Output Voltage Emitter), Modell CTG-5. Aus einer Vorankündigung im Beschaffungskalender des Department of Homeland Security (DHS) Anfang August 2026 geht hervor, dass eine Ausstattung von Einsatzkräften der Bereiche Homeland Security Investigations (HSI) sowie Enforcement and Removal Operations (ERO) erwogen wird. Die Planung veranschlagt nach diesem Dokument ein Volumen zwischen 10 und 20 Millionen Dollar und nennt den 31. März 2027 als Zieltermin. ICE teilte US-Medien mit, man prüfe Optionen; eine endgültige Beschaffungsentscheidung sei noch nicht getroffen.

Der Hersteller Compliant Technologies bewirbt den G.L.O.V.E. als Kontaktgerät zur „Ablenkung“ und Deeskalation mit niederenergetischen elektrischen Impulsen. In Handbüchern werden zeitliche Begrenzungen und Kontraindikationen genannt. Ob und in welchem Umfang ICE diese Herstellerangaben in verbindliche Dienstvorschriften überführt, ist offen. Juristisch relevant sind neben den technischen Spezifikationen vor allem standardisierte Dokumentationspflichten, interne Prüfverfahren nach Anwendungen und etwaige Ausschlüsse für besonders vulnerable Gruppen.

Einen aktuellen Nachrichtenanlass liefert Nebraska: Omaha Public Schools, der größte Schulbezirk des Bundesstaats, forderte die Polizei nach öffentlich gewordenen Vorfällen auf, Elektro-Schockhandschuhe in Schulgebäuden nicht mehr einzusetzen. Lokale Berichte dokumentieren einzelne Anwendungen durch Einsatzkräfte im schulischen Umfeld; die Vorgänge werden intern geprüft und haben Proteste von Eltern- und Behindertenvertretungen ausgelöst. Die Fälle haben die bundesweite Debatte über das Mittel zusätzlich befeuert.

Befürworter aus Vollzugsbehörden argumentieren, die Handschuhe könnten in bestimmten Lagen eine weniger verletzungsträchtige Alternative zu Tasern, Pfefferspray oder körperlicher Gewalt sein. Kritiker verweisen auf gesundheitliche Risiken, unklare Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweise sowie auf die Gefahr unverhältnismäßiger Eingriffe, insbesondere gegen Jugendliche oder Menschen mit Vorerkrankungen. Zudem gibt es Fragen zur Beschaffungspraxis: Medienberichten zufolge steht eine Alleinvergabe im Raum; eine behördliche Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor.

Für die praktische Wirkung wäre neben der Beschaffung entscheidend, wie ICE und das Department of Homeland Security Einsatzregeln, Schulungen und Kontrolle ausgestalten: etwa obligatorische Protokollierung, Schwellen für den erlaubten Gebrauch, eine unabhängige Nachprüfung von Vorfällen und klare Verbote in sensiblen Bereichen wie Schulen. Erst aus diesen Vorgaben und der tatsächlich beschafften Stückzahl wird sich ablesen lassen, welche Rolle die G.L.O.V.E.-Handschuhe künftig im Migrations- und Strafverfolgungsvollzug spielen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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