Kalifornien

Kalifornien beschließt erste US-Standards für effiziente Ersatzreifen

Die California Energy Commission hat am 17. August 2026 in Sacramento die Einführung des Replacement Tire Efficiency Program beschlossen – die ersten verbindlichen US-Standards für den Rollwiderstand von Ersatzreifen, kombiniert mit Mindestanforderungen an die…

Die California Energy Commission (CEC) hat am 17. August 2026 in Sacramento die Einführung des Replacement Tire Efficiency Program (RTEP) beschlossen. Es sind die ersten verbindlichen Effizienzstandards für Ersatzreifen in den USA. Die Regeln legen Mindestwerte für den Rollwiderstand in mehreren Produktkategorien fest und werden in gestaffelten Phasen umgesetzt; die CEC nennt einen Beginn ab 2028. Ergänzend ist ein Mindeststandard für die Nasshaftung vorgesehen. Ausnahmen gelten für ausdrücklich ausgewiesene Spezialreifen wie Renn- oder bestimmte Offroad-Profile.

Nach Angaben der Behörde zielt der Beschluss auf niedrigeren Energieverbrauch und geringere Kosten im Straßenverkehr, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Die CEC verweist auf Prognosen, wonach die Vorgaben jährlich nahezu 1 Milliarde US‑Dollar an Kraftstoff- und Stromausgaben vermeiden und die CO2‑Emissionen in Kalifornien um rund 2 Millionen Tonnen pro Jahr senken könnten, sofern die Maßnahmen wie geplant greifen. Eine Standardized Regulatory Impact Assessment (SRIA) quantifiziert für unterschiedliche Umsetzungsszenarien, darunter einen Phase 1‑Start am 1. Januar 2028, kumulierte Minderungen von etwa 8.6 million metric tons CO2‑Äquivalent zwischen 2028 und 2035.

Inhaltlich adressiert die Regulierung mehrere Marktsegmente – darunter Standardreifen für Pkw, Leicht‑Lkw‑Reifen sowie Hochleistungs- und Langstreckenprofile – und kombiniert Effizienzanforderungen mit einem Sicherheitsboden über die Nasshaftung. Die CEC betont, dass zahlreiche am kalifornischen Markt angebotene Ersatzreifen die künftigen Grenzwerte bereits heute erfüllen. Die Einführung in zwei Stufen (Phase 1, Phase 2) soll Herstellern und Handel Übergangszeit für Anpassungen geben.

Interessen und Einwände bleiben geteilt. Wirtschaftsanalysen der SRIA weisen auf positive Nettogesamteffekte durch geringere Betriebskosten hin. Hersteller- und Händlerverbände warnten in Anhörungen vor möglichen Mehrkosten, einer vorübergehenden Ausdünnung des Angebots und logistischen Umstellungen im Vertrieb. CEC‑Vorsitzender David Hochschild unterstrich demgegenüber die Kosten‑Nutzen‑Abwägung der Behörde und verwies auf die klimapolitische Wirkung.

Mit dem Beschluss setzt Kalifornien einen nationalen Referenzpunkt, der – je nach Marktwirkung – über die Staatsgrenzen hinaus Signalwirkung entfalten könnte. Formal folgen Veröffentlichungsschritte und behördliche Vollzugsvorgaben zur Marktüberwachung und Kennzeichnungs- bzw. Nachweisführung. Rechtliche Anfechtungen bleiben möglich; die CEC rechnet in den kommenden Monaten mit weiterem Austausch mit Herstellern, Händlern und Verbraucherschutzorganisationen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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