Politik

Kritik am Zickzackkurs: Weißes Haus setzt Kanada-Zölle vorläufig aus

Am 22. August 2026 hat das Weiße Haus zentrale, zuvor angekündigte 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren kurzfristig ausgesetzt. Führende Abgeordnete im US-Kongress sprechen von einem chaotischen Vorgehen und warnen vor höheren Kosten für Verbraucher und…

Kurz vor ihrem Wirksamwerden hat das Weiße Haus am 22. August 2026 zentrale Teile der angekündigten 50-Prozent-Zölle auf ausgewählte kanadische Waren vorübergehend ausgesetzt. Die Zölle waren im Juli per Präsidialproklamation nach Section 338 des Tariff Act of 1930 auf den Weg gebracht worden und zielten nach offizieller Begründung auf angebliche Diskriminierung US-amerikanischer Ausfuhren, insbesondere bei Kraftfahrzeugen, Milchprodukten und alkoholischen Getränken. Mit der Aussetzung verbindet die Regierung die Ankündigung weiterer Gespräche mit Ottawa.

Im US-Kongress stieß das Hin und Her auf scharfe Kritik. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, nannte das Vorgehen „chaotisch“ und forderte verlässliche, planbare Entscheidungen. Aus Bundesstaaten mit engen Wirtschaftsbeziehungen zu Kanada kamen Warnungen vor höheren Verbraucherpreisen und unterbrochenen Lieferketten. Senatorin Amy Klobuchar verwies auf die Abhängigkeit der Industrie Minnesotas von grenzüberschreitenden Vorleistungsströmen. Senator Peter Welch drängte auf rasche Verhandlungen, um einen belastbaren „Off-Ramp“ aus dem Konflikt zu finden. Im Repräsentantenhaus und im Senat wird zudem geprüft, wie mögliche Folgekosten für Betriebe in Grenzregionen abgefedert werden können.

Das Büro der United States Trade Representative (USTR) rechtfertigte die Zölle mit dem Hinweis auf unfaire Handelspraktiken Kanadas. Zugleich signalisierte die Regierung Gesprächsbereitschaft: Die am 22. August veröffentlichte Proklamation setzt zusätzliche Abgaben in mehreren betroffenen Branchen vorläufig aus, um Raum für Verhandlungen zu schaffen. Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er rechne mit einem baldigen Durchbruch in den Gesprächen.

Ottawa kündigte seinerseits „Dollar-für-Dollar“-Gegenmaßnahmen an, machte deren Umfang jedoch vom Fortgang der Gespräche abhängig. Betroffen wären vor allem Lieferketten in der Automobilindustrie sowie Teile der Landwirtschaft und der Getränkeindustrie. Für September sind weitere technische Beratungen in Aussicht gestellt; sollte keine Einigung gelingen, könnten die ausgesetzten Abgaben wieder in Kraft gesetzt oder erweitert werden.

Hintergrund: Section 338 des Tariff Act of 1930 ermächtigt den Präsidenten, Zölle als Reaktion auf diskriminierende Maßnahmen anderer Staaten zu erheben. Die aktuelle Auseinandersetzung folgt auf eine Serie einseitiger US-Zollschritte seit 2025, die im Kongress wiederholt Debatten über Kosten für Verbraucher und Unternehmen ausgelöst haben. Ob die 50-Prozent-Zölle endgültig entfallen oder modifiziert zurückkehren, hängt von den bilateralen Verhandlungen und etwaigen Initiativen im US-Kongress ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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