Südlich der Insel Nantucket hat die United States Coast Guard in der Nacht zum 4. Oktober ein Trümmerfeld entdeckt, das nach Behördenangaben mit einem vermissten Medizinjet in Verbindung steht. Das Flugzeug des Typs Gulfstream G100 mit der Kennung C‑GRJP war am 3. Oktober auf dem Weg vom L.F. Wade International Airport in Bermuda zum Boston Logan International Airport, als es den Funkkontakt verlor. An Bord befanden sich nach Angaben der Einsatzkräfte sechs Menschen.
Die United States Coast Guard koordinierte eine großangelegte Suche aus der Luft und zur See. Eingesetzt wurden unter anderem ein MH‑60‑Rettungshubschrauber, ein HC‑144‑Seeaufklärer, ein 47‑Fuß‑Rettungsboot sowie der Küstenwachkutter William Sparling. Trümmerteile wurden geborgen und gesichert; die Suchmaßnahmen nach möglichen Überlebenden hielten zunächst an. Die Federal Aviation Administration hatte nach dem Verlust der Kommunikation einen Such- und Rettungsalarm ausgelöst.
Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Behörden handelte es sich um einen medizinischen Transportflug des kanadischen Anbieters Latitude Air Ambulance mit vier Besatzungsmitgliedern sowie einem Patienten und einer Begleitperson. Die Namen der Betroffenen wurden nicht veröffentlicht. Die Betreuung der Angehörigen erfolge in Abstimmung zwischen US- und kanadischen Stellen.
Flugdaten weisen darauf hin, dass die Maschine kurz vor dem Verschwinden rasch an Höhe verlor. In frei zugänglichen Funkausschnitten ist von einem gemeldeten elektrischen Problem die Rede; die Behörden haben diesen Punkt nicht bestätigt. Aussagen zu Ursache oder Verantwortlichkeit gelten als vorläufig und bleiben Gegenstand der Untersuchung.
Zuständig für die Sicherheitsuntersuchung ist in den Vereinigten Staaten die National Transportation Safety Board; sie steht nach Angaben aus Einsatzkreisen mit den beteiligten Stellen in Verbindung. Üblicherweise unterstützt die kanadische Transportsicherheitsbehörde Ermittlungen, wenn ein in Kanada registriertes Luftfahrzeug betroffen ist. Der laufende Einsatz konzentriert sich zunächst auf die Suche, Sicherung von Wrackteilen und die Dokumentation der Fundstelle.
Der Vorfall ereignete sich auf einer stark beflogenen Route zwischen Bermuda und Neuengland, die lange Abschnitte über offenem Atlantik umfasst. Such- und Rettungsoperationen auf See sind wetter- und strömungsabhängig; sie erfordern die enge Abstimmung von Luft- und Seeeinheiten. Weitere Details wollen die Einsatzkräfte nach Auswertung der aufgefundenen Teile bekanntgeben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).