Washington, 3. September 2026 — Der Mitbegründer von Apollo Global Management, Leon Black, ist am Donnerstag einer unter Eid angesetzten Aussage vor dem House Committee on Oversight and Accountability ferngeblieben und hat gleichzeitig beim Bundesbezirksgericht im District of Columbia Klage gegen den Ausschuss erhoben. Ziel der Klage ist es, zwei Vorladungen des Gremiums im Zusammenhang mit dessen Untersuchung zu Jeffrey Epstein aufheben zu lassen.
Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden James Comer, Republikaner aus Kentucky, wurde Blacks Ausbleiben protokolliert. Der Ausschuss prüfe weitere Schritte bis hin zu einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses. Eine der Vorladungen verlangt die Vorlage von Dokumenten, darunter Vertraulichkeitsvereinbarungen; die andere berief Black zu einer eidesstattlichen Aussage. Der Ausschuss betont, er untersuche Epsteins Kontakte und mögliche Versäumnisse von Ermittlungsbehörden.
Black argumentiert in seiner Klage, die Vorladungen überschritten die gesetzliche Befugnis des Gremiums und verletzten Privatsphäreinteressen Dritter. Insbesondere könnten Frauen betroffen sein, die mit dem Epstein-Komplex nichts zu tun hätten, deren Namen aber in angeforderten Vereinbarungen auftauchen könnten. Aus seinem Umfeld hieß es bereits zuvor, Black kooperiere in angemessener Form, lehne jedoch ausufernde und unzulässige Forderungen ab.
Der Vorgang ist Teil einer breiteren Untersuchung des Repräsentantenhauses zu Jeffrey Epstein, der 2019 in Haft starb und dessen Fall anhaltende Debatten über Ermittlungsfehler und Netzwerke von Unterstützern ausgelöst hat. Black war bereits zuvor Ziel parlamentarischer Nachfragen; dem Vernehmen nach bot der Ausschuss ihm im Sommer 2026 mehrere Termine für freiwillige und förmliche Befragungen an. Medienberichten zufolge kam es im Juni 2026 zu einem abgebrochenen transkribierten Gespräch, woraufhin die nun angegriffenen Vorladungen ergingen.
Im Zentrum des Rechtsstreits stehen die Grenzen parlamentarischer Untersuchungsbefugnisse gegenüber dem Schutz personenbezogener Daten sowie verfassungsrechtliche Fragen zu Dokumenten- und Zeugnisverlangen des Kongresses. Das Bundesgericht im District of Columbia könnte zeitnah über einstweilige Anträge entscheiden. Offen ist, ob der Ausschuss seine Vorladungen gerichtlich durchsetzt oder ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gegen Black einleitet.
Black ist seit Jahren aufgrund geschäftlicher Beziehungen zu Epstein in der Kritik. Er hat erklärt, Zahlungen an Epstein für Steuer- und Nachlassberatung geleistet zu haben, strafbares Verhalten aber stets bestritten. Die Ermittlungen des Ausschusses sind davon unabhängig und richten sich nach eigener Darstellung auf Behördenhandeln und mögliche Versäumnisse.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).