Colorado

Mann gesteht vor Bundesgericht Hassverbrechen nach Feuerbombenangriff in Boulder

Vor einem Bundesgericht in Denver hat Mohamed Sabry Soliman am 29. Oktober 2026 ein Schuldbekenntnis zu Hassverbrechen im Zusammenhang mit dem tödlichen Feuerbombenangriff auf Demonstrierende in Boulder vom 1. Juni 2025 abgelegt.

Mohamed Sabry Soliman hat am 29. Oktober 2026 vor dem Bundesgericht in Denver ein Schuldbekenntnis zu mehreren Anklagepunkten wegen eines Hassverbrechens und damit verbundener Delikte abgelegt. Die Bundesanklage steht im Zusammenhang mit dem Feuerbombenangriff auf eine Kundgebung in Boulder, Bundesstaat Colorado, am 1. Juni 2025. Bei dem Anschlag auf der Fußgängerzone Pearl Street Mall starb die 82-jährige Karen Diamond; mehrere weitere Personen wurden verletzt.

Nach Angaben aus Gerichtsunterlagen und übereinstimmender Berichterstattung umfasst das Bundesverfahren unter anderem den Vorwurf eines Hassverbrechens mit Todesfolge und den Einsatz von Brand- oder Sprengmitteln im Zuge einer Straftat. Bundesanwälte teilten mit, dass sie keinen Antrag auf Verhängung der Todesstrafe stellen. Für die verhandelten Bundesdelikte sieht das Gesetz im Fall einer Verurteilung Freiheitsstrafen bis hin zu lebenslanger Haft vor. Ein Termin für das Urteil soll in einem gesonderten Schritt festgelegt werden.

Soliman war bereits in einem gesonderten Verfahren im Bundesstaat Colorado verurteilt worden. Er hatte sich dort im Mai 2026 wegen Mordes und weiterer Straftaten im Zusammenhang mit dem Angriff schuldig bekannt und erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Das nun erfolgte Schuldbekenntnis vor dem Bundesgericht betrifft eigenständige bundesrechtliche Tatbestände, die neben das bereits ausgesprochene staatliche Urteil treten können.

Ermittler von Polizei und FBI führen den Angriff auf antisemitische Motive zurück. Nach den Ermittlungsakten griff Soliman gezielt Teilnehmende eines Marsches an, die Solidarität mit in Gaza festgehaltenen israelischen Geiseln ausdrückten. Den Unterlagen zufolge hatte er die Tat vorbereitet und mehrere improvisierte Brandvorrichtungen mitgeführt, die er in Richtung der Versammlung zündete und warf. Die Verteidigung äußerte sich am Dienstag zunächst nicht öffentlich zu den vorgebrachten Motiven.

Das Attentat löste in Colorado und über den Bundesstaat hinaus Diskussionen über den Schutz von Versammlungen, die Ahndung antisemitisch motivierter Gewalttaten und die Verzahnung von staatlichem und bundesrechtlichem Strafanspruch aus. Vertreter der Stadt Boulder und zivilgesellschaftliche Organisationen forderten nach der Tat zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei öffentlichen Kundgebungen. Welche zusätzliche Strafe das Bundesgericht in Denver verhängen wird, hängt von den noch ausstehenden formalen Schritten ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen