Gesundheit

mRNA-Krebsimpfung mit Pembrolizumab halbiert Rückfallrisiko bei Melanom fast

Merck und Moderna melden für ihre personalisierte mRNA-Therapie in Kombination mit Pembrolizumab in der Phase-3-Studie INTerpath-001 eine 42-prozentige Verringerung des Risikos für Rückfall oder Tod bei reseziertem Melanom.

Merck und Moderna haben am 22. Oktober 2026 Ergebnisse der randomisierten Phase-3-Studie INTerpath-001 vorgelegt: Eine personalisierte mRNA-Therapie, zusätzlich zu Pembrolizumab (Keytruda) verabreicht, senkte bei Patientinnen und Patienten mit vollständig reseziertem Melanom im Stadium IIB bis IV das Risiko für Rückfall oder Tod um 42 Prozent gegenüber Pembrolizumab allein. Die Hazard Ratio für das rückfallfreie Überleben betrug 0,58. Zugleich wurde der sekundäre Endpunkt der fernmetastasenfreien Überlebenszeit erreicht.

Laut den Unternehmen lebten zwei Jahre nach Therapiebeginn 82,2 Prozent der Behandelten ohne Rückfall, verglichen mit 70,0 Prozent in der Kontrollgruppe. Das Prüfpräparat wird als individualisierte mRNA-Therapie beschrieben, die anhand patientenspezifischer Tumor‑Neoantigene hergestellt wird. Es wurde additiv zur Standardgabe von Pembrolizumab eingesetzt.

Die Daten sind von erheblicher klinischer Bedeutung. Sie bestätigen frühere Ergebnisse einer Phase-2b‑Studie, die ebenfalls eine deutliche Risikominderung gezeigt hatte. Sollte die Arzneimittelbehörde FDA nach vollständiger Prüfung eine Zulassung erteilen, wäre dies der erste positive Phase‑3‑Nachweis für eine individualisierte mRNA‑Krebsimpfung im adjuvanten Setting beim Melanom. Fachleute erwarten, dass die Resultate die Nachsorge von Hochrisikopatientinnen und -patienten nach Operation neu ordnen könnten. Zugleich sind Produktionstiefe, Individualisierung, Logistik und Kosten zentrale Hürden auf dem Weg in die breite Versorgung.

Die Unternehmen kündigten an, die vollständigen Resultate auf dem ESMO 2026 vorzustellen und Gespräche mit Aufsichtsbehörden aufzunehmen. Unklar bleibt, ob und in welchem Ausmaß sich die günstigere Rückfallstatistik langfristig in ein verbessertes Gesamtüberleben übersetzt. Auch Sicherheitsdaten über längere Nachbeobachtungszeiträume sowie die Übertragbarkeit des Ansatzes auf andere Tumorarten müssen weiter geprüft werden. Die jetzt veröffentlichten Zahlen beruhen auf Unternehmensauswertungen; eine unabhängige Begutachtung der Gesamtdaten ist für die klinische und regulatorische Einordnung maßgeblich.

INTerpath‑001 umfasste nach Unternehmensangaben mehr als 1.100 Teilnehmende an mehreren Zentren. Alle erhielten nach der vollständigen Resektion ihres Melanoms die Standardtherapie mit Pembrolizumab; die Interventionsgruppe erhielt zusätzlich die personalisierte mRNA‑Therapie. Der Nachrichtenanlass sind die von Merck und Moderna gemeldeten positiven Phase‑3‑Endpunkte; ein Entscheid der FDA über eine Zulassung steht aus.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen