Wissenschaft & Technik

NASA startet erweiterte Tests zur Interaktion von Triebwerksplumen mit Mondboden – neue Phase in 60‑Fuß‑Vakuumsphäre in Langley

Am 26. August 2026 hat das NASA Langley Research Center in Hampton (Virginia) eine neue Testphase zur Plume‑Surface‑Interaction begonnen. Ziel sind belastbare Daten für sichere Mondlandungen im Artemis‑Programm und die Auslegung künftiger Lander.

Das NASA Langley Research Center in Hampton, Virginia, hat am 26. August 2026 eine erweiterte Testkampagne zur Plume‑Surface Interaction (PSI) gestartet. In der 60‑Foot Vacuum Sphere untersuchen Ingenieurinnen und Ingenieure, wie die Ausströmung von Lander‑Triebwerken Mondstaub und Gestein aufwirbelt, Krater formt und Material verteilt. Die nun angelaufene Phase wurde mit aktuellem Testvideo und neuen Bildern dokumentiert.

Zum Auftakt kommt ein von NASA Stennis entworfenes und von der Purdue University betriebenes ethane plume‑Simulationssystem zum Einsatz. Es erzeugt bis zu rund 100 Pfund Schub (etwa 444 Newton) und wird für wenige Sekunden gegen ein Becken mit simuliertem Mondregolith gezündet. Der eingesetzte Simulant Black Point‑1 weist kantige, kohäsive Eigenschaften ähnlich echtem Regolith auf; das Testbecken misst etwa zwei Meter im Durchmesser und rund 30 Zentimeter in der Tiefe. Instrumente – darunter eine Variante des Stereo‑Kamerasystems SCALPSS, das 2025 bei Fireflys Blue Ghost Mission‑1 Plume‑Oberflächen‑Interaktion erfasste – messen Kraterbildung, Winkel und Höhe der Ejekta‑Schicht, die räumliche Verteilung fester Auswürfe sowie die Partikelgeschwindigkeiten.

Für eine zweite Testrunde noch in diesem Jahr ist ein 14‑Zoll, 3D‑gedruckter Hybridraketenmotor der Utah State University vorgesehen, zuvor erprobt am Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama. Anders als das kalt betriebene Ethansystem entzündet der Hybridmotor Feststofftreibstoff mit zugeführtem gasförmigem Sauerstoff und liefert damit ein heißes Abgas, das eine realistische Raketendüse im verkleinerten Maßstab simuliert. Beide Antriebe werden in variablen Düsenhöhen getestet, um ein breites Spektrum an Landekonfigurationen abzubilden.

Nach Angaben der Testleitung um Ashley Korzun zielt die Kampagne darauf, die Physik der Erosion und des Materialtransports beim Aufsetzen und Abheben besser zu verstehen. Das soll numerische Modelle schärfen und die Konstruktion von Landern, Nutzlasten und Abschirmungen beeinflussen, um Risiken für Besatzungen und empfindliche Experimente zu senken. NASA verweist auf Artemis IV als Meilenstein für die Rückkehr von Menschen zum Mond ab 2028; verlässliche PSI‑Daten gelten dafür als sicherheitsrelevant.

Die modulare Anlage ist so ausgelegt, dass sich Rahmenbedingungen für künftige Mars‑Szenarien anpassen lassen – vom Regolith‑Simulanten bis zum Kammerdruck. Damit schafft die Kampagne neben dem unmittelbaren Nutzen für Mondmissionen eine Datenbasis für spätere Landungen in dünneren Atmosphären.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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