Wissenschaft & Technik

NASA vergleicht El Niño 2026 mit 1997 – Satelliten zeigen ungewöhnlich hohen Meeresspiegel

Neue Karten des NASA Earth Observatory weisen im Oktober 2026 stark erhöhte Meeresspiegel im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik aus – ein klares El Niño-Signal, das dem Muster von Oktober 1997 ähnelt.

Aktuelle Satellitendaten der NASA zeigen im Oktober 2026 ein ausgeprägtes El Niño-Muster im Pazifik. Höhenkarten der Meeresoberfläche weisen in der zentralen und östlichen Äquatorzone deutlich erhöhte Werte aus, ein Kennzeichen des Phänomens. Das NASA Earth Observatory stellt die neue Aufnahme vom Oktober 2026 einem Bild vom Oktober 1997 gegenüber, das einen der stärksten dokumentierten El Niño-Zustände zeigt. Grundlage ist eine 35-jährige Altimetrie-Reihe nahezu nahtlos aufeinander folgender Missionen.

Die vergleichenden Karten beruhen auf Messungen der Mission TOPEX/Poseidon (1997) und des Satelliten Sentinel-6 Michael Freilich (2026), deren Daten am Jet Propulsion Laboratory aufbereitet wurden. Weil Wasser sich beim Erwärmen ausdehnt, markieren höhere als normale Meeresspiegel die Wärmeansammlung, die El Niño antreibt. Saisonale Signale und langfristige Trends wurden für die Analyse entfernt, um kurzzeitige Anomalien sichtbar zu machen.

El Niño entsteht aus einer Rückkopplung zwischen Atmosphäre und Ozean: Schwächere Passate lassen warmes Wasser ostwärts vorrücken, was die Winde weiter abschwächt und zusätzliche Wärmeverlagerung begünstigt. „Die Suche nach dem typischen El Niño ist sehr schwer zu fassen“, sagte Josh Willis, Projektwissenschaftler für Meeresspiegelmissionen am Jet Propulsion Laboratory. Nach seiner Einschätzung ist das laufende Ereignis „auf Kurs, noch größer zu werden“ als der Vergleichsfall von 1997. Diese Aussage bezieht sich auf den beobachteten Zustand im Oktober.

Die NASA-Einschätzung zur Stärke deckt sich mit laufenden Beobachtungen, ist jedoch keine Garantie für konkrete regionale Folgen. Die vergangenen sehr starken Episoden 1997–1998 und 2015–2016 verschoben weltweit Wetterlagen – von Dürre und Feuer in Teilen der Tropen bis zu Starkregen an der US-Westküste. Das US-Fachzentrum NOAA warnt regelmäßig im Rahmen seines ENSO-Berichts vor erhöhten Wahrscheinlichkeiten für typische, aber je nach Jahreszeit und regionaler Lage unterschiedliche Auswirkungen. Für die Vereinigten Staaten zählen dazu in vielen Jahren erhöhte Niederschläge in Teilen Kaliforniens und des Südens im Winter sowie abweichende Temperaturmuster im Norden. Ob und in welchem Umfang dies 2026/27 eintritt, hängt vom weiteren Verlauf ab.

Wissenschaftlich bedeutsam ist die nun mögliche direkte Gegenüberstellung: Der nahezu identische Bodenpfad der Altimetriemissionen seit Anfang der 1990er Jahre erlaubt konsistente Vergleiche über Jahrzehnte. Dadurch lässt sich die Charakteristik einzelner El Niño-Ereignisse präziser einordnen – einschließlich der plötzlichen Ausprägung 2026 und der auffälligen Ähnlichkeit zum Oktober 1997.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk