New Jersey hat den Supreme Court der Vereinigten Staaten um Klärung gebeten, wer Sportwetten auf Prognosemärkten wie Kalshi reguliert. Generalstaatsanwältin Jennifer Davenport reichte am 2. September 2026 eine Petition ein, mit der der Bundesstaat feststellen lassen will, dass seine Glücksspielgesetze auch für Online‑Angebote von Plattformen gelten, die sich auf Bundesderivaterecht berufen.
Auslöser ist ein Konflikt zwischen Bundes- und Landesrecht. Die Division of Gaming Enforcement hatte Kalshi im März 2025 aufgefordert, Sportwetten für Nutzerinnen und Nutzer in New Jersey zu unterlassen. Kalshi argumentiert, die angebotenen Verträge seien als swaps nach dem Commodity Exchange Act einzuordnen und damit der ausschließlichen Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission unterstellt. Das Third Circuit stellte sich im April 2026 im Kern auf Kalshis Seite. Der Ninth Circuit äußerte sich dagegen im August 2026 kritisch zur These, der Commodity Exchange Act verdränge die langjährige Zuständigkeit der Bundesstaaten für Sportwetten. Diese gegenläufigen Entscheidungen begründet New Jersey nun mit der Notwendigkeit einer höchstrichterlichen Klärung.
In der Petition warnt New Jersey vor praktischen Folgen für die Aufsicht in den Bundesstaaten. Würden Sportwetten auf Plattformen wie Kalshi als ausschließlich bundesrechtlich regulierte Finanzprodukte gewertet, könnten Staaten eigene Vorgaben – etwa den New Jersey Sports Wagering Act – nicht mehr durchsetzen. Der Bundesstaat dringt deshalb auf eine Bestätigung, dass seine Glücksspielgesetze parallel zum Bundesderivaterecht anwendbar bleiben und Anbieter in einzelnen Staaten nicht ohne entsprechende Lizenzen operieren dürfen.
Der Streit reicht über Kalshi hinaus. Rechtsabteilungen mehrerer Bundesstaaten haben bereits Stellungnahmen angekündigt oder eingebracht, weil eine bundesweite Einstufung solcher Wetten als swaps erhebliche Auswirkungen auf die Kontrolle digitaler Märkte hätte. Befürworter strenger Landesaufsicht sehen das Risiko, dass Anbieter über Börsenstrukturen Rechtslücken nutzen; Unterstützer eines einheitlichen Bundesrahmens verweisen dagegen auf Rechtssicherheit und Innovationschancen in nationalen Online‑Märkten.
Der Supreme Court entscheidet zunächst nur, ob er den Fall annimmt. Ein Termin für diese sogenannte Annahmeentscheidung steht noch nicht fest. Bis dahin bleibt der Konflikt zwischen dem Commodity Exchange Act und der staatlichen Aufsicht über Sportwetten offen; die Vorgaben der jeweiligen Gerichtsbarkeiten gelten fort, solange keine gegenteilige Anordnung ergeht.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).