Aktuell

Nielsen: Streaming erreicht in den Vereinigte Staaten fast die Hälfte der Sehdauer

Neue Messreihen aus dem Jahr 2026 zeigen Streaming knapp unter 50 Prozent Marktanteil an der Fernsehnutzung. Das verschärft den Druck auf Kabel und lineares Fernsehen und verändert Werbemärkte.

Kurzmeldung

Streaming hat sich 2026 in den Vereinigten Staaten zur dominanten Nutzungsform des Fernsehens aufgeschwungen. Messreihen von Nielsen melden für mehrere Monate dieses Jahres Streaming-Anteile zwischen rund 46 und 49 Prozent an der gesamten Sehdauer. Kabel und klassisches Broadcast-Fernsehen verlieren weiter Anteile. Die aktuellen Werte sind der Anlass für eine verschärfte Debatte über Werbegelder, Programmkosten und die wirtschaftliche Lage traditioneller Anbieter.

Die Verschiebung der Zuschauerzeit zieht Werbebudgets mit sich. Nielsen weist in seinen Ad-Supported-Auswertungen für 2026 höhere Anteile der werbefinanzierten Streaming-Nutzung aus. Parallel verlagern Werbetreibende Budgets in stärker adressierbare digitale Formate. Für Kabelnetzbetreiber und Sender entstehen daraus strukturelle Spannungen: Reichweiten sinken, während Kosten für Sportrechte und hochwertige Serien hoch bleiben. Das erhöht den Preisdruck auf verbleibende Pay-TV-Kunden und begünstigt Konsolidierungsschritte in der Branche.

Regulatorische und marktpolitische Folgen rücken in den Fokus. Die Federal Communications Commission dokumentiert seit 2024 die langfristige Erosion klassischer Abonnements und analysiert Folgen für die lokale Programmversorgung und für Vergütungen zwischen Sendern und Distributoren. Zugleich wächst das Angebot an FAST-Kanälen (Free ad-supported streaming television). Das erweitert den kostenlosen Zugang und die Angebotsvielfalt, klärt aber nicht automatisch die Refinanzierung aufwendiger Inhalte.

Die Interessenlagen sind klar konturiert. Studios und Plattformen setzen auf exklusive Inhalte und internationale Auswertung, Werbekunden verlangen präzisere Zielgruppensteuerung, und lokale Broadcaster pochen auf angemessene Vergütung für ihre Inhalte im digitalen Vertrieb. Mehrere Marktbeobachter erwarten, dass sich das Pay-TV auf niedrigerem Niveau stabilisieren könnte, jedoch ohne Rückkehr zu früheren Ertragsniveaus, solange keine neuen Produktformen oder Erlösquellen greifen.

Kurzfristig überwiegt der Befund: Die Zuschauerbasis verlagert sich weiter auf On-Demand- und werbefinanzierte Streaming-Angebote. Politische und wirtschaftliche Akteure müssen darauf reagieren – mit Regeln, die Wettbewerb und Medienvielfalt sichern, und mit Angeboten, die Preis- und Nutzenversprechen für Haushalte im Blick behalten. Grundlage der aktuellen Debatte sind die veröffentlichten Nielsen-Messungen zu 2026 sowie Analysen und Vermerke der Federal Communications Commission.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk