Aktuell

Ottawa pausiert Gespräche mit Washington – LeBlanc: Einigung liegt im beiderseitigen Interesse

Kanada hat die Handelsgespräche mit den USA am 25. August 2026 vorübergehend ausgesetzt. Handelsminister Dominic LeBlanc betont zugleich, ein Abkommen liege im Interesse beider Länder; Ottawa verweist auf neue US-Forderungen und bereitet Gegenmaßnahmen zu…

Kanada hat die bilateralen Handelsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten am 25. August 2026 vorübergehend ausgesetzt. Die Regierung in Ottawa begründete den Schritt mit zuletzt vorgelegten US-Positionen, die aus kanadischer Sicht ein unausgewogenes Verhältnis von Zugeständnissen und Gegenleistungen vorsähen. Handelsminister Dominic LeBlanc erklärte, ein verlässliches Abkommen liege gleichwohl im beiderseitigen Interesse und bleibe das Ziel der kanadischen Seite.

Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer eskalierenden Auseinandersetzung über von Washington angekündigte Sektorentarife und weitere Zölle, darunter Maßnahmen nach Section 301. Ottawa hat daraufhin gezielte Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt sowie Unterstützung für betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer angekündigt. Zuständig für die laufenden Gespräche ist auf kanadischer Seite Global Affairs Canada; parallel koordinieren das Department of Finance Canada und weitere Ressorts die Vorbereitung möglicher Reaktionen auf US-Handelsschritte.

Premierminister Mark Carney hatte in mehreren öffentlichen Stellungnahmen in der Woche vor der Aussetzung auf Fortschritte in Einzelfragen verwiesen, zugleich aber weitere Risiken betont. Er und LeBlanc unterstreichen, dass kanadische Kerninteressen – Beschäftigung, strategische Branchen, Versorgungssicherheit – Leitplanken der Verhandlungen bleiben. Washington äußerte sich zunächst nicht im Detail zu den von Ottawa kritisierten neuen Forderungen.

Kurzfristig ist mit höheren Kosten- und Absatzrisiken in besonders exponierten Sektoren zu rechnen, auf beiden Seiten der Grenze. Für die USA stehen potenziell Lieferketten und Verbraucherpreise im Fokus, für Kanada die Planungssicherheit exportorientierter Industrien. Mittel- bis langfristig könnten beide Volkswirtschaften Anpassungen in den Lieferketten und eine stärkere Diversifizierung vorantreiben.

Zugeschriebene Aussagen und Positionen unterscheiden sich dabei deutlich: Ottawa sieht die jüngsten US-Vorschläge als überdehnt und verweist auf das Bedürfnis nach Ausgewogenheit; die US-Regierung pocht – den Ankündigungen zufolge – auf industriepolitische Ziele und eine Verringerung von Abhängigkeiten. Prognosen über den Zeitpunkt einer Wiederaufnahme formeller Verhandlungen bleiben spekulativ. Nach Darstellung der kanadischen Regierung hängt eine Rückkehr an den Tisch von konkreten Korrekturen auf US-Seite ab. LeBlanc signalisierte erneut Gesprächsbereitschaft, sofern substanzielle Kompromisse möglich sind.

Unabhängig vom taktischen Stopp betont Ottawa, dass eine stabile Regelungsbasis im Handel auch den Vereinigten Staaten nützt. In einem Interview mit PBS NewsHour stellte LeBlanc klar, dass Kanada auf ein Ergebnis hinarbeitet, das fairen Marktzugang sichert und Eskalationsspiralen vermeidet.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk