Washington – 02.11.2026: Schon vor dem Wahltag hat die politische Werbung in den Vereinigten Staaten einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Analyseunternehmens AdImpact summierten sich Ausgaben und Buchungen im Wahlzyklus 2025 und 2026 auf 11,21 Milliarden US-Dollar. Damit übertrafen sie bereits den Betrag des vorigen Zyklus, in dem neben den Kongresswahlen auch eine Präsidentschaftswahl stattfand. Über die Zahlen berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press am 27. Oktober.
Der Vorsprung ist allerdings gering: Für 2023 und 2024 hatte AdImpact 11,20 Milliarden Dollar erfasst. Zudem ist der Vergleich nach Angaben der Nachrichtenagentur nicht um die Inflation bereinigt. Der Rekord gilt somit für die nominale Summe. Er umfasst politische Werbung und gebuchte Werbeplätze, nicht sämtliche Wahlkampfkosten. Auch lässt sich aus den Buchungen allein nicht ablesen, welche Anzeigen bereits ausgestrahlt wurden.
Besonders kräftig wächst die Werbung auf digitalen Plattformen. Der den Republikanern nahestehende Senate Leadership Fund und verbundene Organisationen gaben nach einem Bericht des Nachrichtenportals Axios vom 2. November in diesem Wahlzyklus mehr als 200 Millionen Dollar für Streamingwerbung und Anzeigen in sozialen Medien aus. Im Wahlzyklus 2024 waren es demnach 71 Millionen Dollar. Die aktuelle Summe liegt damit fast dreimal so hoch.
In dem Betrag sind laut Axios auch Ausgaben des verbundenen Texas PAC und der Organisation One Nation enthalten. Der den Demokraten nahestehende Senate Majority PAC nannte dem Portal keine vergleichbare Summe. Seine Sprecherin Lauren French erklärte jedoch, die Gruppe habe digitale Kampagnen in zwölf Bundesstaaten geführt und dafür mehr Geld eingesetzt als in früheren Wahlzyklen. Ein direkter Ausgabenvergleich zwischen beiden Lagern ist auf dieser Grundlage nicht möglich.
Digitale Werbung ermöglicht es politischen Gruppen, bestimmte Zielgruppen gezielt anzusprechen. Für die Öffentlichkeit sind solche Buchungen nach dem Axios-Bericht teilweise schwerer nachzuvollziehen als Werbeplätze bei klassischen Rundfunksendern. Unabhängige Wahlkampfgruppen müssen ihre entsprechenden Ausgaben dennoch bei der amerikanischen Bundeswahlkommission melden. Geringere öffentliche Einsehbarkeit bedeutet also nicht, dass die gesetzlichen Meldepflichten entfallen.
Die Statistik der Kommission erfasst einen anderen Ausschnitt der Wahlkampffinanzierung. Vom 1. Januar 2025 bis zum 30. Juni 2026 meldeten Kandidatinnen und Kandidaten für Repräsentantenhaus und Senat Einnahmen von rund 2,8 Milliarden Dollar sowie Ausgaben von rund zwei Milliarden Dollar. Darin enthalten sind auch finanzielle Aktivitäten im Zusammenhang mit mehreren Sonderwahlen. Die Zahlen enden damit deutlich vor der Schlussphase des Wahlkampfs zur Kongresswahl am 3. November.
Für denselben Zeitraum verzeichnete die Kommission zudem Ausgaben politischer Aktionskomitees von rund 6,5 Milliarden Dollar. Diese Meldesummen und die von AdImpact erfassten Werbeausgaben haben unterschiedliche Abgrenzungen und Erhebungszeiträume; sie lassen sich deshalb nicht zu einer Gesamtrechnung des Wahlkampfs addieren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).