Vivek Ramaswamy hält trotz parteiübergreifender Kritik an einem Wahlwerbespot im Gouverneurswahlkampf in Ohio fest, in dem die entfremdete Mutter seiner demokratischen Rivalin Amy Acton auftritt. Der Republikaner erklärte am 20. und 21. Oktober 2026, seine Kampagne habe den Spot produziert und werde Millionenbeträge für die Ausspielung in Fernsehen und Online einplanen. Laut Berichten von Axios und der Associated Press soll das Budget bei rund vier Millionen US‑Dollar liegen.
In dem Video erhebt Donna Arthur, die Mutter von Amy Acton, persönliche Vorwürfe gegen ihre Tochter und stellt deren Glaubwürdigkeit infrage. Acton hatte zuvor öffentlich über schwierige Familienverhältnisse gesprochen und erklärt, sie sei im Alter von zwölf Jahren aus dem Haushalt der Mutter genommen worden; ihr Stiefvater sei später wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt worden. Acton wies den Spot am 20. Oktober scharf zurück und kritisierte die Instrumentalisierung familiärer Traumata für politische Zwecke. Ein Bruder von Acton stützte in einer separaten Erklärung zentrale Elemente dieser Darstellung. Unabhängige Belege zu den im Spot erhobenen Vorwürfen legte die Ramaswamy‑Kampagne nicht vor.
Die Reaktionen fielen ungewöhnlich deutlich aus: Aus der Demokratischen Partei und aus bürgerrechtlichen Gruppen kam scharfe Kritik; zugleich äußerten sich auch Mitglieder der Republikanischen Partei ablehnend zum Ton der Kampagne. Der US‑Vizepräsident JD Vance stellte sich am 21. Oktober in Ohio demonstrativ hinter Ramaswamy und rügte Parteikollegen, die den Spot verurteilt hatten. Damit verschärft sich die Auseinandersetzung auch innerhalb des konservativen Lagers.
Der Vorfall verschiebt in der Schlussphase der Gouverneurswahl in Ohio die Debatte von Sachfragen auf persönliche Anschuldigungen. Wahlbeobachter in Ohio verweisen darauf, dass stark emotionalisierte Negativwerbung kurzfristig mobilisieren kann, zugleich aber Gegeneffekte und Vertrauensverluste auszulösen vermag. Verlässliche Hinweise auf konkrete Auswirkungen auf die Wählerpräferenzen liegen derzeit nicht vor; aktuelle Umfragen werden in den kommenden Tagen erwartet.
Die Ramaswamy‑Kampagne begründete die Ausstrahlung mit dem Anspruch, Widersprüche in Actons öffentlicher Biografie offenzulegen. Actons Team verwies dagegen auf dokumentierte Eingriffe der Jugendbehörden in ihrer Kindheit und warf dem Gegner den Versuch vor, persönliche Traumata politisch auszuschlachten. Unabhängig von der inhaltlichen Bewertung verdeutlicht der Streit die wachsende Rolle persönlicher Angriffe in US‑Wahlkämpfen – und die Bereitschaft führender Parteifiguren, solche Strategien öffentlich zu stützen oder zu sanktionieren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).