Politik

Regierung der Vereinigten Staaten erhöht Produktion steriler Fliegen gegen New-World-Screwworm

Nach mehreren Funden der Neuwelt-Schraubenwurmfliege in den USA haben Bundesbehörden die Sterile-Insect-Technique zur Hauptmaßnahme erklärt und die Wochenproduktion steriler Fliegen von zunächst 100 Millionen mit dem Ziel einer weiteren Steigerung gestartet.

Nach mehreren bestätigten Nachweisen des New‑World‑Screwworms (Cochliomyia hominivorax) in den Vereinigten Staaten haben US‑Behörden die Abwehr massiv ausgeweitet. Das Landwirtschaftsministerium (USDA) und sein Tier- und Pflanzenschutzdienst APHIS setzen die Sterile‑Insect‑Technique als zentrales Instrument ein. Eine neue Produktionsstätte wurde Ende Juni 2026 in Betrieb genommen; sie ist zunächst auf etwa 100 Millionen sterile Fliegen pro Woche ausgelegt und soll schrittweise erhöht werden.

Die Methode beruht auf der Massenaufzucht und Bestrahlung männlicher Fliegen, die nach der Ausbringung zwar Weibchen befruchten, jedoch keine lebensfähigen Nachkommen erzeugen. Mit diesem Ansatz wurde der Parasit in den USA bereits 1966 ausgerottet. APHIS erklärt die aktuelle Strategie als behördenübergreifend: Neben der Freisetzung steriler Männchen umfasst sie engmaschige Überwachung, Bewegungskontrollen für Tiere und Informationsarbeit mit Tierhaltungen.

Die Centers for Disease Control and Prevention unterstreichen den „One Health“-Ansatz, da neben Rindern, Schafen und Ziegen auch Haustiere, Wildtiere und in seltenen Fällen Menschen betroffen sein können. Die Behörde hat im Juni 2026 ihr Emergency Operations Center aktiviert, um die Koordination zwischen öffentlicher Gesundheit und Tiergesundheit zu verstärken.

USDA‑Unterlagen nennen als mittelfristiges Ziel eine Steigerung der Wochenproduktion auf bis zu 300 Millionen sterile Fliegen. Förderaufrufe, Verträge und Umweltprüfungen für zusätzliche Kapazitäten laufen. Politische Schreiben von Mitgliedern des Kongresses an die Landwirtschaftsministerin verweisen auf Risiken für die Fleischproduktion, auf mögliche Ertragseinbußen in der Tierhaltung und auf Auswirkungen auf Handelsregeln. Öffentliche Anhörungen im Senat haben die Priorität des Programms bestätigt.

Operativ konzentrieren sich die Ausbringungen auf ein erweitertes Dispersal‑Gebiet entlang der Südgrenze; dort wurden auch Bewegungszonen festgelegt, in denen Tiertransporte strenger kontrolliert und Tiere bei Bedarf behandelt werden. APHIS berichtet über eine verstärkte Kontrolle an Einfallspunkten sowie über koordinierte Maßnahmen mit Nachbarstaaten, um erneute Einschleppungen zu verhindern.

Unklar bleibt, wann die maximale Produktionskapazität erreicht wird und wie dauerhaft die Finanzierung des Monitorings gesichert werden kann. Fest steht jedoch, dass die Behörden Fristen, Zuständigkeiten und Umweltauflagen in amtlichen Verlautbarungen präzise benannt haben. Prognosen über ein schnelles Ende des Ereignisses sind aus heutiger Sicht nicht belastbar. Der Schwerpunkt liegt vorerst auf dem technischen und administrativen Ausbau der Sterile‑Insect‑Technique, der lückenlosen Surveillance und dem Grenzschutz, um die seit Juni bekannten Nachweise einzuhegen und weitere Schäden für Tiergesundheit und Landwirtschaft zu vermeiden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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