US-Außenminister Marco Rubio hat bei einem Besuch in Reykjavík am 5. und 6. Oktober 2026 dem NATO-Partner Island verstärkte Zusammenarbeit in der Arktis zugesagt. Er betonte, die Vereinigten Staaten teilten Islands Sorgen über die wachsende strategische Bedeutung des Hohen Nordens und wollten die Verteidigungskooperation ausbauen. Zugleich wies Rubio Befürchtungen zurück, Washington hege besondere Ambitionen gegenüber der Insel.
Rubio traf in Reykjavík die isländische Außenministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir. Nach Angaben des US-Außenministeriums standen Arktis-Sicherheit, Handels- und Energiefragen sowie die militärische Abstimmung im Mittelpunkt. Der Minister verwies auf die Rolle Islands als logistischer Knotenpunkt zwischen Nordamerika und Europa und auf die Bedeutung sicherer See- und Luftwege im Nordatlantik.
Die Reise fand vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland statt. In Island wird seit Längerem diskutiert, wie sich russische Aktivitäten im Hohen Norden auf die regionale Stabilität auswirken. Rubio stellte in diesem Kontext klar, die Regierung von Präsident Donald Trump sehe Island als zentralen Verbündeten in der NATO und suche eine enge Abstimmung zu Überwachung, Abschreckung und Schutz kritischer Infrastruktur.
Das US-Außenministerium veröffentlichte vorab die Reisedaten und am 5. Oktober eine Abschrift von Rubios Presseäußerungen. Darin unterstrich er, diplomatische Kanäle mit Verbündeten im Norden offen zu halten und praktische Kooperation zu vertiefen. Konkrete Zusagen zu Projekten blieben öffentlich begrenzt; die Gespräche zielten nach isländischen Medienberichten auf eine verlässliche Basisausrichtung in Verteidigung und Zivilschutz.
Als gesichert gelten die Reisedaten, die Gesprächspartner und die in offiziellen Verlautbarungen genannten Themen. Einschätzungen über russische Absichten und längerfristige Folgen für die Arktis bleiben politisch zugeschriebene Bewertungen. Wie sich die Lage entwickelt, hängt von Entscheidungen im NATO-Rahmen, vom Verhalten Russlands sowie von nationalen Investitionen in Fähigkeiten für kalte und arktische Einsatzbedingungen ab.
Für Island bedeutet der Besuch eine sichtbare Bestätigung der transatlantischen Bindung. Für Washington dient er dazu, Partner im Norden fest einzubinden und die operative Präsenz im Nordatlantik mit Blick auf Grönland, Island und das europäische Festland abzusichern. Die Arktis bleibt damit ein Feld, in dem Diplomatie, Abschreckung und wirtschaftliche Interessen eng miteinander verknüpft sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).