Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat am 23. Oktober 2026 die Prüfprioritäten der Division of Examinations für das Fiskaljahr 2027 vorgelegt. Das Fiskaljahr begann am 1. Oktober 2026. Der Bericht kennzeichnet Felder mit erhöhter Risikolage, in denen die Behörde ihre Ressourcen vorrangig einsetzen will, um Compliance zu stärken, Betrug zu verhindern und Anleger zu schützen.
Im Mittelpunkt stehen die Pflichten von Investment Advisers, insbesondere dort, wo Privatanleger und Altersvorsorgesparer komplexen oder illiquiden Produkten ausgesetzt sind. Für Private Funds benennt die Division Bewertungs- und Gebührenpraktiken sowie Offenlegungspflichten als zentrale Prüffelder. Bei Broker-Dealer liegen die Schwerpunkte auf finanzieller Verantwortung, Handelspraktiken, interner Aufsicht und Anti-Geldwäsche.
Querschnittlich kündigt die SEC intensivere Prüfungen zu Cybersecurity und Datenschutz an. Unternehmen sollen angemessene Kontrollen für den Schutz von Kundendaten und die operative Widerstandsfähigkeit nachweisen, einschließlich Notfall- und Wiederanlaufplänen. Zudem will die Aufsicht die Auswirkungen neuer Technologien beobachten, darunter Anwendungen künstlicher Intelligenz in Beratung, Handel, Marketing und Überwachung. Die Behörde betont, dass technischer Fortschritt Chancen eröffnet, zugleich aber Interessenkonflikte, Fehlanreize und Betrugsrisiken verschärfen kann.
In der Marktinfrastruktur richtet sich die Aufmerksamkeit auf Bereiche, in denen Änderungen der Handels- und Abwicklungsprozesse die Marktintegrität berühren. Die SEC unterstreicht, dass die Prioritätenliste nicht alle denkbaren Prüfgegenstände erfasst, sondern risikobasiert arbeitet. Registrierte Unternehmen sollen deshalb ihre Compliance-Programme, Governance-Strukturen und Kontrollen an den aufgezeigten Feldern ausrichten und regelmäßig auf Wirksamkeit testen.
Die Behörde weist darauf hin, dass die Prioritäten im Laufe des Fiskaljahrs an neue Entwicklungen angepasst werden können. Geplant sind zudem verstärkte Informationsangebote und Gespräche mit Marktteilnehmern, um aufkommende Risiken frühzeitig zu identifizieren. Für Rechtsabteilungen und Compliance-Teams liefert die Mitteilung konkrete Hinweise zur Vorbereitung auf anstehende Prüfungen – von der Dokumentation von Beratungs- und Gebührenentscheidungen bis zur Härtung der IT-Sicherheit.
Mit der Veröffentlichung schafft die Division of Examinations Klarheit über Erwartungshaltungen gegenüber Investment Advisers und Broker-Dealer und setzt zugleich Anreize für eine zügige Überprüfung interner Prozesse im Interesse von Marktstabilität und Anlegerschutz.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).