Der US-Senat will am 15. September 2026 über H.R.3633 abstimmen, den Digital Asset Market Clarity Act. Der Gesetzentwurf würde erstmals einen einheitlichen bundesweiten Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen. Zentrale Elemente sind die Aufgabenteilung zwischen der Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission, Registrierungspflichten für Handelsplätze und strengere Regeln gegen Betrug und Geldwäsche.
Das Repräsentantenhaus hatte H.R.3633 bereits verabschiedet. Im Frühjahr 2026 folgte eine Markup-Phase im Senate Banking Committee. Dort trieben der Ausschussvorsitzende Tim Scott und die Republikanerin Cynthia Lummis die Arbeiten am Text voran. Mit Blick auf die heutige Senatsabstimmung werben sie für klare Regeln, die Kleinanleger schützen und Innovation ermöglichen sollen.
Widerstand kommt vor allem aus Teilen der Demokraten. Senatorin Elizabeth Warren kritisiert aus ihrer Sicht zu weitgehende Ausnahmen für bestimmte Marktteilnehmer und warnt vor Schlupflöchern. In der Debatte wurden zudem Medienberichte aufgegriffen, wonach im Kongress ergänzende Ethikauflagen für politische Akteure erörtert wurden. Konkrete, verbindliche Zusatzregeln sind im vorliegenden Entwurf jedoch nicht verankert. Befürworter entgegnen, das Paket stärke die Aufsicht und schaffe erstmals verlässliche Leitplanken für Börsen, Broker und Verwahrer digitaler Vermögenswerte.
Die politischen Aussichten im Plenum gelten als offen. Selbst bei Zustimmung des US-Senats müsste eine mögliche Konferenzfassung erneut beide Kammern passieren. Scheitert der Vorstoß, bliebe es bei einer von Gerichten und Vollzugsbehörden geprägten Rechtslage, in der die SEC und die CFTC Zuständigkeiten teils über Einzelfälle klären. Bei Erfolg stünden Marktteilnehmer vor neuen Pflichten: Handelsplätze müssten sich registrieren, Compliance- und Sorgfaltsstandards würden vereinheitlicht, und Meldepflichten zur Bekämpfung von Geldwäsche würden erweitert. Wie streng einzelne Produktkategorien – etwa Stablecoins – am Ende reguliert werden, hängt von der genauen Auslegung und Folgeverordnungen ab.
Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung signalisiert das Verfahren, dass der Kongress die fragmentierte Krypto-Aufsicht strukturieren will. Für Unternehmen und Investoren wäre ein klarer Bundesrahmen ein Bruch mit der bisherigen Praxis aus Leitlinien, Vergleichen und Einzelfallklagen. Gegner sehen hingegen das Risiko, dass zu früh festgelegte Definitionen dynamische Märkte verengen und Aufsehern nötige Ermessensspielräume nehmen. Die Entscheidung im US-Senat markiert damit einen wichtigen Test, ob sich eine parteiübergreifende Linie in der Krypto-Regulierung durchsetzen lässt.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).