Mississippi

Senatobia: Polizist tritt nach tödlichem Schuss auf Einjährigen zurück

In Senatobia, Mississippi, hat ein Polizist seinen Posten aufgegeben, nachdem die Generalstaatsanwältin die tödliche Schussabgabe als gerechtfertigt bewertet und die Behörden Videoaufnahmen veröffentlicht hatten.

Kurzmeldung

Senatobia, Mississippi — Der Polizist, der den einjährigen Kohen Wiley tödlich traf, ist zurückgetreten. Bürgermeister Greg Graves bestätigte, dass der Board of Aldermen den Rücktritt am 21. Oktober 2026 annahm. Zuvor hatte Generalstaatsanwältin Lynn Fitch am 19. Oktober erklärt, die Anwendung tödlicher Gewalt sei nach der Überprüfung ihres Büros gerechtfertigt. Kurz darauf veröffentlichte das Mississippi Department of Public Safety Aufnahmen von Körper- und Überwachungskameras.

Der Vorfall ereignete sich am 14. Juni 2026 auf einem Parkplatz bei Walmart. Nach einem Alarm wegen mutmaßlichen Ladendiebstahls verfolgten Polizisten ein flüchtendes Auto und schossen in das Fahrzeug. Kohen Wiley starb in den Armen seiner Mutter. Der beteiligte Beamte, lokal als Hunter Foster identifiziert, war zwei Tage nach dem Einsatz zunächst freigestellt worden.

Die Familie des Kindes und ihr Anwalt Ben Crump widersprechen der Bewertung der Generalstaatsanwältin und verlangen eine Untersuchung durch Bundesbehörden sowie den Entzug der Polizeilizenz des Beamten. Crump erklärte, ein Rücktritt ersetze keine Rechenschaft. Bürgerrechtsgruppen und Demonstrierende vor Ort fordern eine unabhängige Auswertung der Aufnahmen und volle Transparenz über den Entscheidungsweg der Behörden.

Die Personalentscheidung fiel wenige Tage nach Abschluss der staatlichen Bewertung und der Veröffentlichung des Videomaterials. In der Folge kam es in der Polizeiführung zu weiteren Konsequenzen: Am 23. Oktober 2026 legte nach örtlichen Berichten auch der Interims-Polizeichef Lamorris Hampton sein Amt nieder. Die Debatte in Senatobia wird zusätzlich von früheren Vertrauenskrisen in der Stadtverwaltung geprägt.

Bestätigt ist: Das Kind starb am 14. Juni 2026; Lynn Fitch beurteilte die Gewaltanwendung am 19. Oktober als gerechtfertigt; der Rücktritt des beteiligten Polizisten wurde am 21. Oktober angenommen. Nicht bestätigt ist bislang, ob Bundesbehörden ein eigenes Verfahren einleiten. Unabhängig von einer strafrechtlichen Bewertung stehen für die Stadt Fragen der Dienstaufsicht, der Veröffentlichung von Ermittlungsmaterial und möglicher disziplinarischer Schritte im Raum.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen