Die republikanische US-Senatorin Susan Collins aus Maine hat am 24. August 2026 die von Präsident Donald Trump verfügten zusätzlichen Zölle auf kanadische Waren als „Fehler“ kritisiert. Die Maßnahme belaste Verbraucher und Unternehmen diesseits der Grenze, sagte Collins und verwies auf die enge wirtschaftliche Verflechtung ihres Bundesstaats mit Kanada.
Die Zusatzzölle von bis zu 50 Prozent waren am 20. Juli angekündigt worden. Nach mehreren Verhandlungsrunden und einer zwischenzeitlichen Aussetzung setzten die USA ab dem Wochenende des 22./23. August Teile des Pakets in Kraft. Ottawa kündigte umgehend Vergeltungsmaßnahmen an. Schätzungen zufolge sind rund 20 Milliarden Dollar an kanadischen Exporten betroffen, darunter Alkoholika, Zement, Molkereiprodukte und ausgewählte Industrieerzeugnisse. Branchenvertreter warnen vor Preisanstiegen und Störungen in Lieferketten.
Rechtlich stützt sich der Schritt auf Section 338 des Tariff Act von 1930. Diese Bestimmung erlaubt dem Präsidenten, als Reaktion auf diskriminierende Maßnahmen eines Handelspartners Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das Weißes Haus begründete die Zölle mit angeblichen Benachteiligungen US-amerikanischer Produkte durch Kanada. Welche Warengruppen in welchem Umfang betroffen sind, ergibt sich aus begleitenden Umsetzungsakten; die Listen werden in den kommenden Tagen präzisiert.
Collins reiht sich in eine wachsende Zahl von Stimmen ein, die vor innenwirtschaftlichen Folgen warnen. In Bundesstaaten mit starker Grenzverflechtung zu Kanada – darunter Maine – könnten vor allem kleine und mittlere Unternehmen, der Tourismus sowie grenzüberschreitende Lieferantenbeziehungen unter Druck geraten. Für Verbraucher werden Mehrkosten erwartet, sobald bestehende Lagerbestände abgebaut sind und neue Importchargen zu höheren Kosten eintreffen.
In Washington wächst der parteiübergreifende Druck im Senat, die wirtschaftlichen Auswirkungen eng zu überwachen. Parallel dazu verhandeln die USA und Kanada weiter über eine Entschärfung einzelner Punkte. Unter Section 338 kann der Präsident Zollsätze per Proklamation anpassen oder aussetzen; die Handelsvertretung USTR arbeitet an Klarstellungen zu Zolltarifnummern und Übergangsfristen. Ob die Gegenmaßnahmen aus Ottawa in gleicher Breite greifen, dürfte die kurzfristigen Preis- und Handelswirkungen beiderseits der Grenze wesentlich bestimmen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).