Politik

Senatsbericht: Trump-Regierung zahlte Staaten für Abschiebungen in Drittländer

Ein Minderheitsbericht des Senatsausschusses für auswärtige Beziehungen und neue Recherchen belegen geheime Abkommen der US-Regierung Trump mit Drittstaaten zur Aufnahme von Abgeschobenen gegen Geld und Zugeständnisse.

Anlass sind am 21. September 2026 veröffentlichte Recherchen, die zusammen mit einem Minderheitsbericht des Senatsausschusses für auswärtige Beziehungen belegen, dass die Regierung von Donald Trump ausländischen Regierungen Geld und andere Vorteile anbot, um Menschen aufzunehmen, die aus den Vereinigten Staaten abgeschoben wurden, ohne dass diese Personen eine erkennbare Verbindung zu den betreffenden Ländern hatten. Der Bericht des Senate Foreign Relations Committee aus dem Februar 2026 stützt sich auf Regierungsunterlagen und beschreibt entsprechende Absprachen sowie Zahlungszusagen.

Nach Angaben des Senatsberichts liefen die Vereinbarungen außerhalb etablierter Rückführungspraktiken, die üblicherweise an die Staatsangehörigkeit oder gesicherte Herkunft anknüpfen. Dokumentiert werden finanzielle Zuwendungen und diplomatische Gegenleistungen, die empfangenden Staaten in Aussicht gestellt oder gewährt wurden. Recherchen, die am 21. September 2026 veröffentlicht wurden, decken sich in wesentlichen Punkten mit den Feststellungen des Berichts und verweisen auf interne Unterlagen des State Department, in denen solche Drittstaaten-Abschiebungen vorbereitet oder bilanziert werden.

Die Minderheitsanalyse kritisiert mangelnde Transparenz, unzureichende parlamentarische Kontrolle und fehlende Durchsetzungsmechanismen, um zugesicherte Menschenrechtsstandards zu gewährleisten. Sie nennt zudem Partnerschaften mit Regierungen, deren Korruptions- oder Menschenrechtslage als problematisch gilt. Als Folge sei nicht auszuschließen, dass Abgeschobene in Staaten überstellt wurden, in denen ihnen Haft, Misshandlung oder Verfolgung drohen. Menschenrechtsorganisationen und mehrere Mitglieder des US-Senats fordern daher verbindliche Berichtspflichten, klare Monitoring-Regeln und Haushaltsklarheit über verwendete Mittel.

Die damalige Exekutive begründete schärfere Abschiebungspraktiken grundsätzlich mit dem Ziel, die Durchsetzung des Einwanderungsrechts zu beschleunigen und Rückführungsblockaden zu lösen. Konkrete, vollumfängliche Gegendarstellungen der betroffenen Ministerien einschließlich einer vollständigen Offenlegung der Einzelfälle liegen nach dem Stand der Berichte bislang nicht vor. Umfang und genaue Vertragskonditionen sind teils geschwärzt oder nur in aggregierter Form überliefert, sodass weitere Einsichtnahmen durch den Kongress für eine abschließende Bewertung erforderlich sind.

Politisch berührt der Vorgang Grundfragen der Gewaltenteilung und der außenpolitischen Budgethoheit des Kongresses. Er könnte auch künftige Verhandlungen der Vereinigten Staaten mit Herkunfts- und Transitstaaten prägen: Gefordert sind klare Leitplanken, an denen sich das State Department und nachgeordnete Behörden bei Rückführungen in Drittstaaten messen lassen müssen. Bis dahin bleibt offen, in welchem Umfang Zahlungen und Zugeständnisse tatsächlich geflossen sind und welche Folgen die Praxis für die Betroffenen hatte.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk