Die Staatsanwaltschaft von Tompkins County in New York hat am 28. September 2026 Ermittlungen zu einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der Cornell University erneut aufgenommen. Bezirksstaatsanwalt Matthew Van Houten erklärte, seine Behörde prüfe die Beweislage neu und werde sie einer Grand Jury vorlegen. Die Frau, die den Übergriff gemeldet hatte und als Jane Doe auftritt, habe ihre Mitwirkung zugesagt. Anlass der Entscheidung ist eine Zivilklage, die die Frau Mitte September 2026 gegen die Universität und weitere Beteiligte eingereicht hat.
Nach den öffentlich zugänglichen Darstellungen datiert die mutmaßliche Tatnacht auf den 19. bis 20. Oktober 2024. In der Klage wird behauptet, die Klägerin sei in einem Haus der Studentenverbindung Chi Phi betäubt und über Stunden sexuell missbraucht worden; als mutmaßliche Täter werden mehrere damalige Mitglieder des örtlichen Chapters genannt. Strafrechtliche Anklagen wurden damals nicht erhoben. Cornell University teilte mit, das universitäre Verfahren nach Title IX sei abgeschlossen und habe zu disziplinarischen Maßnahmen bis hin zu Suspendierungen und Exmatrikulationen geführt. Die lokale Gruppe von Chi Phi bleibt vom Campus ausgeschlossen.
Van Houten begründete die Wiederaufnahme damit, dass einige der in der Zivilklage geschilderten Sachverhalte von früheren Aussagen gegenüber der Cornell University Police abweichen. Zudem gebe es anhaltende öffentliche Forderungen, die damalige Entscheidung seines Büros zu überprüfen. Nach seinen Angaben werden alle verfügbaren Beweismittel – darunter nach Darstellung der Klägerseite einschlägige Chat-Nachrichten – gesichert und der Grand Jury zugänglich gemacht. Ob daraus Anklagen folgen, liegt in der Entscheidung dieses Gremiums.
Der Fall hat in Ithaca und darüber hinaus politische Resonanz ausgelöst. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul forderte am 29. September 2026 eine Überprüfung des Umgangs der Universität mit den Vorwürfen. Cornell betonte in einer öffentlichen Erklärung, man nehme die Sicherheit der Studierenden ernst, habe Verfahren nach Title IX angewandt und kooperiere mit den Strafverfolgungsbehörden.
Zu unterscheiden sind drei Ebenen: Erstens die Zivilklage der Betroffenen, die seit dem 14. September 2026 anhängig ist. Zweitens die bereits 2024/2025 durchgeführte universitäre Prüfung nach Title IX mit hochschulinternen Sanktionen. Drittens die nun wiederaufgenommene strafrechtliche Prüfung durch das Büro des Tompkins County District Attorney. Medienberichte, Stellungnahmen der Beteiligten und Beiträge in sozialen Netzwerken enthalten teils widersprüchliche Darstellungen. Rechtlich maßgeblich sind die Feststellungen der Grand Jury und gegebenenfalls folgende gerichtliche Verfahren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).