Ein Forschungsteam unter Leitung der University of Oregon berichtet, dass unter dem Kamm der zentralen Oregon Cascades mindestens 81 Kubikkilometer gespeichertes Grundwasser liegen. Die Schätzung stützt sich auf die systematische Auswertung von Temperaturprofilen aus geothermischen Bohrlöchern, die in der Region seit Jahrzehnten existieren. Nach Angaben der Forschenden lassen die Messkurven darauf schließen, dass in porösen vulkanischen Gesteinen große Wassermengen seitlich zirkulieren und so die Temperatur mit zunehmender Tiefe weniger stark ansteigt als in trockenem Gestein.
Der aktuelle Anlass ist die Veröffentlichung einer zusammenfassenden Analyse der verfügbaren Bohrloch-Temperaturdaten durch das Team der University of Oregon. Demnach zeigen zahlreiche Profile in den Oregon Cascades markante Abweichungen vom typischen geothermischen Gradienten. Diese Muster werten die Autorinnen und Autoren als Indikator für intensive Grundwasserbewegung. Aus dem räumlichen Ausmaß der anomalen Temperaturverläufe modellierten sie das Volumen der wasserführenden Gesteine und kamen zu einer konservativen Mindestschätzung von 81 Kubikkilometern.
Die Untersuchung knüpft an frühere geophysikalische Arbeiten und Wärmeflussmessungen im Cascade-Gebirgszug an, die bereits auf stark variierende Temperaturgradienten hingewiesen hatten. Neu ist die umfassende Zusammenführung der Bohrloch-Temperaturprofile mit hydrogeologischen Modellen für die vulkanischen Gesteine der zentralen Kette. Die University of Oregon betont, die Zahl sei als Untergrenze zu verstehen; lokale Unterschiede in Porosität und Durchlässigkeit sowie Messunsicherheiten begrenzen die Genauigkeit.
Die Ergebnisse sind für die Wasserwirtschaft im Westen der Vereinigten Staaten potenziell bedeutsam. Unterirdische Speicher können Abflüsse in Einzugsgebieten stabilisieren, Kaltwasserzuflüsse für Flüsse stützen und eine Rolle in der Forst- und Naturschutzplanung spielen. Zugleich warnen die Forschenden vor überzogenen Schlussfolgerungen: Ob und in welchem Umfang diese Reservoire wirtschaftlich nutzbar oder rechtlich zugänglich wären, hängt von detaillierten hydrologischen, ökologischen und regulatorischen Prüfungen ab, die die Studie ausdrücklich nicht vorwegnimmt.
Als nächste Schritte empfehlen die Autorinnen und Autoren zusätzliche Feldmessungen, die Erschließung weiterer Datenbestände aus historischen geothermischen Bohrungen und gekoppelte Modellierungen von Grundwasser und Wärmefluss. Eine feinere Kartierung der unterirdischen Strömungswege in den Oregon Cascades soll klären, wie stark die Speicher regional variieren und wie sensibel sie auf Klimaschwankungen reagieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).