Gesundheit

Studien deuten an: Beliebte Nahrungsergänzungen könnten alterndes Gehirn schädigen

Neuere Beobachtungs- und Interventionsdaten aus den USA werfen Fragen auf, ob allgemein empfohlene Zusatzpräparate — etwa Vitamin D oder NAD⁺‑Vorläufer — bei älteren Menschen neutral bleiben oder langfristig kognitive Verluste begünstigen. Überprüfte Befunde und…

Neuere wissenschaftliche Befunde aus den Vereinigten Staaten haben Anfang 2026 die Debatte darüber befeuert, ob verbreitete Nahrungsergänzungen bei älteren Erwachsenen unerwartete Risiken für die kognitive Gesundheit bergen können. Ein groß angelegter longitudinaler Befund aus der Health and Retirement Study (HRS) zeigte in einer Analyse, dass die Einnahme von Vitamin D‑Supplementen bei Personen mit bereits ausreichenden Serumwerten mit leicht beschleunigter kognitiver Verschlechterung über sechs Jahre assoziiert war. Die Studie, publiziert in BMJ Open am 22. Januar 2026, folgte 5.065 US‑Erwachsenen mit einem mittleren Alter von 67,5 Jahren. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass der Befund beobachtender Natur ist und keine ursächliche Wirkung beweist; er widerspricht jedoch der vereinfachten Annahme, dass „mehr Vitamin ist automatisch besser“ bei älteren Menschen. ([bmjopen.bmj.com](https://bmjopen.bmj.com/content/16/1/e106050?utm_source=openai))

Parallel dazu liefern klinische Studien zu sogenannten NAD⁺‑Vorläufern wie Nicotinamid‑Ribosid (NR) und Nicotinamidmononukleotid (NMN) bislang kein klares Signal für kognitive Vorteile bei älteren oder bereits gefährdeten Personen. Mehrere randomisierte und pharmakokinetische Untersuchungen zeigten keine konsistenten Verbesserungen von Gedächtnis, Hirnperfusionsparametern oder Biomarkern neurodegenerativer Erkrankungen; zugleich ist die Forschungslage heterogen und in vielen Fällen auf kurze Beobachtungszeiträume begrenzt. Systematische Übersichten fassen die Evidenz als vorläufig und nicht ausreichend für generelle Empfehlungen zusammen. ([pmc.ncbi.nlm.nih.gov](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11733434/?utm_source=openai))

Als biologischer Kontext wird diskutiert, dass das alternde Gehirn strukturelle und immunologische Veränderungen durchläuft — etwa Umbauten der Hirn‑Immunzellen und eine veränderte Blut‑Hirn‑Schranke — die dazu führen könnten, dass Substanzen, die bei Jüngeren positiv oder neutral wirken, im höheren Alter andere Wirkungen entfalten. Forscherinnen und Forscher am National Institutes of Health haben jüngst Mechanismen beschrieben, die mittleren Alters beginnen und die Anfälligkeit für neurodegenerative Prozesse beeinflussen könnten; dies macht punktuelle Wirkungen von Supplementen komplexer interpretierbar. ([nih.gov](https://www.nih.gov/news-events/news-releases/brain-immunity-may-undergo-major-midlife-overhaul?utm_source=openai))

Fazit und praktische Einordnung: Die geprüften Befunde begründen derzeit keine Pauschalempfehlung gegen einzelne Supplemente, wohl aber Vorsicht bei routinemäßiger, ungesteuerter Selbstmedikation älterer Erwachsener. Offizielle Gesundheitsorganisationen empfehlen, Supplemente gezielt einzusetzen, dokumentierte Mangelzustände zu behandeln und Wechselwirkungen mit Begleitmedikationen zu berücksichtigen. Weitere randomisierte Langzeitstudien sind nötig, um Kausalität, Dosis‑Wirkungsbeziehungen und Risikogruppen zu klären. Aussagen, die über die aktuell belegten Befunde hinausgehen, bleiben vorläufig.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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