Das 296. Distriktgericht in Collin County hat am 22. August 2026 den Antrag von Karmelo Sincere Anthony auf einen neuen Strafprozess abgelehnt und damit das bereits ergangene Urteil bestätigt. Der Beschluss betrifft ein Nachverfahren nach der Verurteilung und lässt das Strafmaß sowie die Schuldentscheidung zunächst unberührt.
Anthony war am 9. Juni 2026 wegen Mordes schuldig gesprochen und zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Die Mordverurteilung bezieht sich auf den tödlichen Messerangriff auf den 17-jährigen Austin Metcalf während eines High-School-Leichtathletik-Wettkampfs in Frisco, Texas, am 2. April 2025. Mit der Entscheidung vom 22. August 2026 bleibt die juristische Lage damit vorerst unverändert.
Die Verteidigung hatte ihren Antrag auf einen neuen Prozess mit behaupteten Fehlern in der Prozessführung begründet. Zudem verwies sie auf Einschränkungen beim Zugang zu früheren Verfahrensunterlagen, auf den Umgang mit bestimmten Beweismitteln sowie auf Absprachen zur Zurückhaltung belastender Informationen, die das Verfahren beeinflusst haben könnten. Die Staatsanwaltschaft hielt dem entgegen, die Verurteilung und das Strafmaß seien auf Grundlage der vorliegenden Beweise und unter Beachtung der Verfahrensregeln zustande gekommen. Das Gericht schloss sich dieser Sichtweise an und wies den Antrag zurück.
Verfahrensrechtlich war dem Beschluss eine personelle Verschiebung vorausgegangen: Mitte August war der ursprünglich zuständige Richter nach Befangenheitsvorwürfen vorübergehend aus dem Verfahren entfernt worden. Ein anderer Richter übernahm die Entscheidungen über nachgelagerte Anträge; die gerichtlichen Einträge dokumentieren diesen Ablauf. Aus den Docket-Vermerken ergibt sich der formale Gang des Verfahrens: Anklageerhebung im Jahr 2025, Auswahl der Jury und Hauptverhandlung im Juni 2026, Schuldspruch und Strafzumessung am 9. Juni 2026 sowie die anschließenden Nachverfahren bis zum Beschluss vom 22. August 2026.
Der Beschluss über den Neuantrag ist ein typischer Schritt der ersten Nachprüfung auf Ebene des Tatgerichts. Rechtlich bleibt der Verteidigung der Weg der Berufung offen – sowohl gegen die Verurteilung als auch gegen die abgewiesene Bitte um einen neuen Prozess. Fristen und Zuständigkeiten richten sich nach dem Strafprozessrecht des Bundesstaats Texas; bis zu einer gegenteiligen Entscheidung in einem Rechtsmittelverfahren gelten Urteil und Beschluss fort. Öffentliche Debatten über Sicherheit bei Schulveranstaltungen und den Umgang in sozialen Medien berühren diese rechtliche Bewertung nicht.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).