Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat am 18. August 2026 Schritte eingeleitet, um die seit 2001 geltende Roadless Rule aufzuheben. Die Regel schützt bislang rund 58,5 Millionen Acres unerschlossener Flächen im National Forest System vor neuem Straßenbau und kommerziellem Holzeinschlag. Nach Berichten von Reuters und Al Jazeera startet die Regierung dazu ein formales Regelsetzungsverfahren mit öffentlicher Kommentierungsfrist.
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), dem die Forstverwaltung untersteht, begründet den Vorstoß mit dem Ziel, lokalen Behörden mehr Spielraum für Waldmanagement, Brandvorsorge und den Schutz von Infrastruktur zu geben. Konkrete Änderungen würden erst nach Abschluss des Verfahrens wirksam. Die Behörde verweist auf den üblichen Ablauf über Entwürfe, öffentliche Stellungnahmen und eine abschließende Entscheidung.
Umweltorganisationen kritisieren den Plan als Angriff auf Wassereinzugsgebiete, Biodiversität und zusammenhängende Lebensräume. Sie warnen, dass die Aufhebung die industrielle Nutzung in bislang weitgehend unberührten Landschaften erleichtern könnte, etwa durch erleichterten Zugang für Holzeinschlag oder andere Projekte. Mehrere Gruppen kündigen an, politische und rechtliche Schritte zu prüfen.
Rechtlich handelt es sich um eine Regel der Bundesverwaltung: Die Roadless Rule wurde 2001 vom US-Landwirtschaftsministerium erlassen, konkret durch den Forest Service. Eine Aufhebung erfordert die Veröffentlichung eines Entwurfs im Federal Register, festgelegte Fristen für Kommentare sowie eine dokumentierte Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen. Abschließende Regeln können vor Bundesgerichten überprüft werden, insbesondere hinsichtlich Begründungstiefe und Verfahrensfehlern.
Politisch kreuzen sich Interessen von Holz- und Rohstoffwirtschaft, ländlicher Entwicklung und Katastrophenvorsorge mit Umwelt- und Trinkwasserschutz. Befürworter der Aufhebung versprechen sich flexiblere Eingriffe zur Risikominimierung in Wäldern und mögliche Beschäftigungseffekte in strukturschwachen Regionen. Gegner verweisen darauf, dass der Straßenbau in unerschlossenen Gebieten ökologische Schäden nach sich zieht und langfristige öffentliche Kosten verursachen kann.
Die weiteren Schritte hängen vom Verlauf des Regelsetzungsverfahrens und möglichen Klagen ab. Bis zu einer rechtskräftigen Neuregelung bleibt die bestehende Roadless Rule in Kraft; praktische Folgen würden sich erst nach einer finalen Entscheidung und etwaigen gerichtlichen Klärungen zeigen. Reuters berichtet, dass der Prozess Monate bis Jahre dauern kann, ehe sich Veränderungen in den National Forests tatsächlich auswirken.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).