Die Regierung von Präsident Donald J. Trump treibt die Regulierung digitaler Vermögenswerte mit verwaltungsseitigen Schritten voran, während ein als CLARITY Act bezeichnetes Gesetzesvorhaben im US-Senat weiterhin feststeckt. Nach übereinstimmenden Medienberichten fand am 19. August 2026 im Weißes Haus ein Austausch mit Branchenvertretern und Aufsehern statt. Parallel setzte die Exekutive Akzente in der Aufsicht: Die Securities and Exchange Commission sagte eine für Mitte August vorgesehene öffentliche Sitzung zu Krypto-Regelvorschlägen ab, was den formellen Regelsetzungsprozess vorerst verlangsamt.
Auf Behördenseite kündigten das Finanzministerium und das Office of the Comptroller of the Currency im August weitere Schritte an. Die Bankenaufsicht präzisierte ihre Linie zu Bankaktivitäten mit Digital-Asset-Bezug und erteilte nach Branchendarstellungen eine bedingte Genehmigung für eine nationale Treuhandbank mit Schwerpunkt Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Das Finanzministerium bekräftigte zugleich seine Strategie, illegitime Finanzströme über Krypto-Dienstleister stärker zu unterbinden; entsprechende Maßnahmen gegen sanktionierte Akteure und Dienstleister wurden in aktuellen Regierungsunterlagen und Mitteilungen hervorgehoben. Diese administrativen Weichenstellungen verschaffen regulierten Instituten kurzfristig mehr Klarheit, bleiben aber an bestehendes Recht gebunden und sind angreifbar.
Legislativ bleibt die Lage unentschieden. Der im US-Senat verhandelte CLARITY Act, der Zuständigkeiten von Wertpapier- und Derivateaufsicht sowie Anforderungen an Marktinfrastruktur und Emittenten neu ordnen soll, erreichte vor einer endgültigen Abstimmung keinen belastbaren Mehrheitskonsens. Die Verzögerung hält die bisherige Gemengelage aus teilweise überlappenden Kompetenzen der Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission aufrecht.
Analytisch verlagert sich damit das Schwergewicht der Krypto-Regulierung vorerst in die Exekutive: Leitlinien, Aufsichtsmitteilungen und Einzelfallgenehmigungen prägen den Markt stärker, bis der Kongress klare gesetzliche Rahmen setzt. Für Unternehmen kann das operative Orientierung bieten, zugleich steigt das Risiko gerichtlicher Überprüfungen von Verwaltungsvorgaben. Ob der US-Senat zeitnah zu einer Mehrheit für den CLARITY Act findet oder ob die Linie von Finanzministerium, Office of the Comptroller of the Currency und anderen Behörden die Praxis auf absehbare Zeit bestimmt, bleibt offen. Die hier berichteten Vorgänge betreffen ausschließlich den Bund; Einzelstaaten und Kommunen spielen in diesem Zusammenhang keine maßgebliche Rolle.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).