Politik

Trump und geteilter Kongress: Was die Börsenhistorie zeigt

Die aktuelle Debatte, ob US-Aktien unter Donald Trump und einem geteilten Kongress einbrechen, findet in historischen Daten keinen Beleg für einen zwangsläufigen Absturz. Durchschnittswerte unterscheiden sich je nach Machtverteilung, doch die Streuung ist groß…

Auslöser der aktuellen Debatte ist die Frage, ob US-Aktien bei einer Präsidentschaft von Donald Trump und einem geteilten Kongress automatisch stark fallen. Ein Blick in lange Zeitreihen zeigt: Für einen zwangsläufigen Absturz gibt es keinen belastbaren Beleg. Allerdings unterscheiden sich Durchschnittsrenditen je nach politischer Machtverteilung zwischen Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat – bei teils hoher Schwankungsbreite.

Analysen großer Vermögensverwalter und Banken, die oft den S&P 500 als Maßstab nutzen, zeichnen ein ähnliches Bild: Je nach Kombination aus Präsident und Kongress ergeben sich unterschiedliche durchschnittliche Jahresrenditen. Übersichten von Häusern wie J.P. Morgan verweisen auf mäßigere Mittelwerte in Phasen, in denen ein republikanischer Präsident auf einen geteilten Kongress trifft. Andere Auswertungen betonen indes, dass die Unterschiede über Epochen hinweg stark variieren und von Ausreißern geprägt sein können. Einheitliche, zeitstabile Muster lassen sich daraus nicht sicher ableiten.

Akademische Arbeiten stützen diese Einordnung. Studien, die unter anderem über die Universität Oxford veröffentlicht wurden oder als Arbeitspapier auf SSRN vorliegen, finden häufig, dass „divided government“ mit geringeren Überschussrenditen korreliert. Erklärt wird das mit höherer politischer Unsicherheit und begrenzter Handlungsfähigkeit der Legislative, was Investitionen und Bewertungsprämien beeinflussen kann. Zugleich warnen die Autorinnen und Autoren vor Überinterpretation: Strukturbrüche – von Ölpreisschocks über Finanzkrisen bis hin zu Regulierungswandel – verschieben Durchschnittswerte erheblich.

Entscheidend ist die Trennung von Korrelation und Kausalität. Durchschnittlich niedrigere Renditen in bestimmten politischen Konstellationen bedeuten nicht, dass die Märkte auf eine Wahlnachricht vorhersehbar mit Kursverlusten reagieren. Kurz- bis mittelfristig dominieren andere Treiber: die Geldpolitik der Notenbanken, die globale Konjunktur, Gewinntrends der Unternehmen sowie externe Schocks. Politische Konstellationen setzen eher den Rahmen, in dem diese Faktoren wirken, als dass sie kurzfristige Marktbewegungen determinieren.

Für die konkrete Streitfrage gilt daher: Historische Daten liefern keinen hinreichenden Grund, bei einer Präsidentschaft von Donald Trump und einem geteilten Kongress zwingend mit einem Einbruch der Aktienkurse zu rechnen. Sie deuten vielmehr darauf, dass diese Kombination im Mittel mit niedrigeren durchschnittlichen S&P-500-Renditen einherging – ein statistischer Befund, dessen Aussagekraft ohne Kontext zu Zeiträumen, Geldpolitik und makroökonomischer Lage begrenzt bleibt.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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