Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Energieanlagen wieder aufgenommen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am 15. Oktober 2026, die kurzzeitige Aussetzung sei beendet, weil Russland weiterhin die ukrainische Energieinfrastruktur beschossen habe.
Damit stellte sich Kiew offen gegen eine von US-Präsident Donald Trump öffentlich beworbene Energie-Waffenruhe, die Trump am 11. Oktober vorgestellt hatte. Selenskyj erklärte, Russland habe diese informelle Verständigung nie beachtet.
Die Äußerungen wurden in mehreren Interviews und Berichten von Reuters und PBS NewsHour wiedergegeben. Als aktueller Anlass wurde aus Russland ein Vorfall in der Region Rjasan gemeldet: Nach Angaben örtlicher Behörden kam es dort zu einem Angriff auf eine Ölraffinerie, den sie der Ukraine zuschrieben. Unabhängige Bestätigungen zu Tätern und Schaden lagen zunächst nicht vor.
Kiew kommentierte einzelne Ziele traditionell zurückhaltend, verwies aber auf das Recht zur Selbstverteidigung gegen militärisch relevante Infrastruktur. Das Weiße Haus hatte die von Donald Trump propagierte Pause mit dem Ziel flankiert, die Lage zu deeskalieren und Druck von globalen Energiepreisen zu nehmen. Nach ukrainischer Darstellung hielten russische Luft- und Drohnenangriffe auf Kraftwerke und Netze jedoch an.
Selenskyj kündigte deshalb an, dass die Ukraine ihre Fähigkeit zu Gegenangriffen auf Energieziele in Russland wieder nutzen werde, solange die eigenen Anlagen unter Beschuss stünden. Russland und die Ukraine machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Die Entwicklung ist politisch und wirtschaftlich bedeutsam.
Für Washington steht die Glaubwürdigkeit einer Präsidenteninitiative im Raum, deren praktische Umsetzung ohne formales Abkommen zwischen den Kriegsparteien ohnehin fragil war. Für Kiew überwiegt nach eigenem Bekunden die militärische Notwendigkeit, russische Versorgungs- und Logistikkapazitäten zu schwächen. Beobachter erwarten, dass Angriffe auf Energieanlagen in beiden Ländern andauern könnten, was die Reparaturzyklen belastet und Preisschwankungen an den Energiemärkten verstärkt.
Die Berichte stützen sich auf öffentlich gemachte Aussagen der Beteiligten sowie auf Agentur- und Sendermeldungen. Reuters dokumentierte die Ankündigungen Selenskyjs und die Hinweise auf den Angriff bei Rjasan. PBS NewsHour ordnete die diplomatischen Spannungen zwischen Selenskyj und Trump ein.
Deutsche Welle griff die Wiederaufnahme der ukrainischen Schläge auf Raffinerien auf. Eigenständige überprüfbare Zahlen oder forensische Befunde zu einzelnen Treffern lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor; Angaben zu Schaden und Wirkung beruhen auf den jeweiligen Behörden- und Militärkommuniqués.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).