Kalifornien

Ungewöhnliche Libellenschwärme über Kalifornien nach warmen Frühlingsregen

Ende August wurden in Kalifornien, besonders in der San Francisco Bay Area und an der Central Coast, ungewöhnlich große Ansammlungen von Libellen beobachtet. Fachleute erklären das witterungsbedingt; Risiken für Menschen gelten als gering.

Am 25. August 2026 sind aus mehreren Regionen Kaliforniens, darunter der San Francisco Bay Area und der Central Coast, auffallend dichte Ansammlungen von Libellen gemeldet worden. Lokale Medienberichte und zahlreiche Beobachtungen in Bürgerforen deuten auf eine außergewöhnlich hohe Zahl fliegender Tiere in den späten Nachmittags- und Abendstunden hin. Fachleute stufen das Phänomen als vorübergehend und witterungsbedingt ein.

Als Hauptursache gelten die Bedingungen der vergangenen Monate. Ein vergleichsweise milder Winter gefolgt von warmen Regenperioden im späten Frühjahr und Frühsommer hat vielerorts stehende und langsam fließende Gewässer gefüllt und erwärmt. Das begünstigt die Entwicklung von Libellenlarven (Nymphen). Wenn viele Tiere zeitgleich schlüpfen, kann dies lokal wie ein „Schwarm“ wirken, auch ohne koordiniertes Schwarmverhalten im engeren Sinn.

Chris Grinter von der California Academy of Sciences ordnete die gegenwärtigen Beobachtungen als jahreszeitlich erklärbare Häufungen ein, die durch den zeitlichen Gleichlauf des Schlupfs verstärkt werden können. Die Berichte aus der Bay Area passten zu Meldungen aus weiteren Teilen Kaliforniens, sagte der Entomologe.

Die Libellenexpertin Kathy Biggs verweist darauf, dass kräftige Regen im späten Frühjahr die Produktivität von Feuchtgebieten steigern und damit die Basis für größere Jahrgänge legen können. Die diesmalige Häufung sei daher plausibel und müsse nicht auf ein einzelnes außergewöhnliches Ereignis zurückgehen, sondern auf die Abfolge milder und feuchter Witterungsphasen.

Ökologische Folgen werden in der Fachwelt unterschiedlich gewichtet. Lokal kann ein hoher Anteil frisch geschlüpfter Libellen den Prädationsdruck auf aquatische Kleinstlebewesen und Jungfische erhöhen. Umfassende, langfristige Bestandsveränderungen sind nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch nicht belegt und hängen von der Dauer günstiger Habitate in Feuchtgebieten ab.

Für Menschen besteht kein Gesundheitsrisiko: Libellen stechen nicht und gelten als nützliche Insekten, die unter anderem Moskitos erbeuten. Sichtbar gehäufte Flugbewegungen können daher als Teil eines natürlichen Reproduktionszyklus gewertet werden.

Behördliche Eingriffe zeichnen sich vorerst nicht ab. Weder staatliche Stellen noch County-Behörden haben Maßnahmen angekündigt. Wissenschaftler empfehlen, Beobachtungen mit Ort, Datum und Fotos zu dokumentieren und sie an lokale naturkundliche Institutionen zu melden, um saisonale Muster besser zu erfassen.

Nach aktuellem Stand handelt es sich um ein witterungsbedingtes Naturphänomen, das auf erfolgreiche Reproduktion in günstigen Habitaten zurückgeht. Ob sich die Häufungen in diesem Ausmaß wiederholen, hängt von den Niederschlags- und Temperaturverläufen der kommenden Jahre ab.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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