In den USA hat vor dem US-Bezirksgericht für den Nordbezirk von Kalifornien in Oakland Mitte August ein richtungsweisender Prozess gegen Meta Platforms begonnen. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, Facebook und Instagram seien so gestaltet, dass sie Kinder und Jugendliche an die Nutzung binden und deren psychische Gesundheit beeinträchtigen. Parallel ordnete ein Gericht in New Mexico am 6. August an, dass Meta 567 Millionen US-Dollar in einen Fonds für Maßnahmen zur psychischen Gesundheit von Jugendlichen einzahlen muss.
Der nun angelaufene Prozess in Kalifornien ist Teil gebündelter Verfahren, die sowohl Privatkläger als auch eine parteiübergreifende Koalition von 29 Bundesstaaten vorantreiben. Die Juryauswahl lief Anfang August an; seit Mitte des Monats werden die Eröffnungsplädoyers und Zeugenaussagen erwartet. Kläger führen technische Gestaltungsmerkmale – etwa aufmerksamkeitssteigernde Empfehlungen, Interaktionsanreize und Benachrichtigungen – sowie interne Erkenntnisse an, die aus ihrer Sicht das Nutzungsverhalten Minderjähriger intensivieren und Risiken wie Depressionen, Angst- und Schlafstörungen erhöhen. Grundlage der Klagen sind vor allem Verbraucherschutzgesetze einzelner Bundesstaaten und zivilrechtliche Haftungsansprüche.
Meta bestreitet die Vorwürfe. Der Konzern verweist auf eingeführte Schutzfunktionen, Altersbeschränkungen und Werkzeuge zur elterlichen Aufsicht sowie auf wissenschaftliche Unsicherheiten, ob sich eine kausale Schädigung eindeutig belegen lasse. Welche Pflichten Plattformen gegenüber Minderjährigen haben und wie weit Gerichte in Produktgestaltung und Algorithmen eingreifen dürfen, ist rechtlich umstritten.
In New Mexico betrifft die jüngste Anordnung die Finanzierung präventiver Programme; über weitere Auflagen wird in dem Verfahren fortlaufend verhandelt. Beobachter sehen die Entscheidung als Signal, dass Gerichte neben individuellen Ansprüchen auch strukturierte Abhilfen zugunsten des öffentlichen Gesundheitswesens anordnen können. In mehreren Verfahren aus dem Frühjahr 2026 hatten Jurys bereits Haftung bejaht und teils erhebliche Schadenersatzsummen zugesprochen; Rechtsmittel sind anhängig.
Die nun beginnende Beweisaufnahme in Oakland gilt als Test, ob Kläger den behaupteten Zusammenhang zwischen konkreten Plattformfunktionen und gesundheitlichen Folgen für Minderjährige rechtlich durchdringen können. Bestätigen sich die Vorwürfe, wären neben Zahlungen auch Änderungen an Empfehlungsalgorithmen, strengere Altersverifikationen oder weitergehende Produktschranken denkbar. Für Meta stehen damit finanzielle Risiken und mögliche Compliance-Auflagen im Raum; für die beteiligten Bundesstaaten geht es um die Absicherung präventiver Maßnahmen und die Durchsetzung ihrer Verbraucherschutznormen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).