Die US-Regierung hat am 22. August zusätzliche Zölle gegen Kanada auf Grundlage von Section 338 des Tariff Act of 1930 angekündigt. Das Office of the United States Trade Representative (USTR) verwies am 23. August auf eine Entscheidung von Präsident Donald Trump, mit der US-Exporte aus vermeintlich diskriminierten Sektoren – namentlich alkoholische Getränke, Milchprodukte und Fahrzeuge – geschützt werden sollen. Section 338 erlaubt rechtlich Zuschläge von bis zu 50 Prozent, deren konkrete Ausgestaltung die Regierung festlegt. Am 24. August folgte eine Präsidialverfügung, die das Maßnahmenpaket administrativ präzisiert.
Kanadas Regierung reagierte mit dem Aussetzen der laufenden Verhandlungsgespräche. Global Affairs Canada erklärte, Ottawa habe die Rückkehr der Verhandlungsdelegationen angeordnet und prüfe Gegenmaßnahmen. Auch auf Provinzebene wurden Schritte angekündigt: Nova Scotia stellte Unterstützung für betroffene Unternehmen in Aussicht. Aus Ottawa hieß es, die US-Schritte seien inakzeptabel und gefährdeten Arbeitsplätze in sensiblen Branchen.
Die US-Seite begründet das Vorgehen mit einer angeblichen Benachteiligung amerikanischer Anbieter durch kanadische Tarifquoten und Regulierungen. Kanadische Stellen halten dem entgegen, strittig seien vor allem Ausnahmeregeln und Details der Formulierungen. Medienberichte und offizielle Verlautbarungen zeigen, dass Differenzen zuletzt besonders bei Agrar- und Getränkewaren sowie in der Automobilzulieferung virulent waren.
Die Eskalation trifft eine der größten bilateralen Handelsbeziehungen Nordamerikas. Kurzfristig rechnen Branchenverbände mit höheren Kosten entlang grenzüberschreitender Lieferketten; mittelfristig könnten Investitionsentscheidungen in integrierten Sektoren neu bewertet werden. Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze bereiten sich auf mögliche Gegenzölle und Zertifizierungsauflagen vor. Von Regierungskreisen in Washington und Ottawa ist bislang keine belastbare Zeitschiene für die Wiederaufnahme von Gesprächen genannt worden.
Die Faktenlage stützt sich auf Primärdokumente: Das USTR hat die Maßnahmen öffentlich gemacht; eine am 24. August veröffentlichte Präsidialverfügung regelt Verfahrensschritte. Global Affairs Canada und Provinzbehörden bestätigten die Aussetzung der Gespräche und erste Binnenreaktionen. Ob und in welchem Umfang Kanada Gegenmaßnahmen erhebt, ist offen. Prognosen über wirtschaftliche Schäden variieren je nach Sektor; verlässliche Schätzungen hängen von der endgültigen Tarifierung und etwaigen kanadischen Reaktionen ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).