Politik

USA setzen 50-Prozent-Zölle auf kanadische Importe kurzfristig aus

Präsident Donald Trump verschob am 18. August 2026 die für den 19. August vorgesehenen Zusatzabgaben von 50 Prozent auf ausgewählte kanadische Waren, nachdem Washington und Ottawa eine vorläufige Verständigung signalisiert hatten.

Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten hat die US-Regierung die Einführung zusätzlicher Zölle von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Einfuhren vorerst ausgesetzt. Präsident Donald Trump erklärte am 18. August 2026, die Maßnahme werde für einen kurzen Zeitraum verschoben, weil Kanada einer Zwischenvereinbarung zur Beilegung strittiger Marktregeln zugestimmt habe. Die Entscheidung fiel nur Stunden vor der ursprünglich angesetzten Frist um 0.01 Uhr Eastern Time (ET) am 19. August 2026.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Weißen Hauses vom 20. Juli 2026, nach der die Regierung unter Berufung auf Section 338 des Tariff Act von 1930 (19 U.S.C. § 1338) zusätzliche Abgaben von bis zu 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren beschlossen hatte. Einschlägige Präsidialproklamationen wurden im Federal Register veröffentlicht und sahen den 19. August 2026 als Wirksamkeitsdatum vor. Erfasst werden sollten Sektoren wie alkoholische Getränke, Molkereiprodukte und Kraftfahrzeuge. Die US-Seite begründete die Maßnahme mit angeblich diskriminierenden kanadischen Praktiken gegenüber Exporten aus den Vereinigten Staaten.

Die Aussetzung ist weder ein Rückzug der Zölle noch ein unterzeichneter Vertrag; das Weiße Haus sprach von einer Verschiebung in Erwartung finaler Dokumente. Ottawa hatte zuvor Vergeltungszölle in Aussicht gestellt und interne Gegenmaßnahmen geprüft. Unternehmen und Branchenverbände warnten, dass bereits die Androhung der Abgaben Lieferketten, Zollabfertigungen und Lagerdispositionen kurzfristig stören könne.

Rechtlich stützt sich die US-Seite auf eine selten genutzte Befugnis aus dem Jahr 1930. Juristinnen und Juristen diskutieren neben der verfassungsrechtlichen Tragfähigkeit auch die Vereinbarkeit mit dem United States–Mexico–Canada Agreement. Das Office of the U.S. Trade Representative (USTR) und das Weiße Haus veröffentlichten im Juli begleitende Erläuterungen zu den aus US-Sicht beanstandeten kanadischen Maßnahmen.

Welche Folgen die Verschiebung konkret hat, bleibt offen. Unternehmen wurden aufgerufen, Einfuhrpläne, Zollrisiken und Vertragsklauseln kurzfristig zu überprüfen. Politisch erhöht der Schritt den Druck auf Kanada, zeitnah belastbare Zusicherungen vorzulegen, während in Washington Debatten über Rechtsgrundlage und ökonomische Folgewirkungen anhalten. Bis zum Abend des 18. August 2026 lagen keine schriftlich fixierten Änderungen vor; weitere Schritte hängen nun von den in Aussicht gestellten Abschlussdokumenten ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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