Wissenschaft & Technik

Usbekistan tritt den Artemis Accords bei – 77. Unterzeichnerstaat

Usbekistan hat am 19. Oktober 2026 in Samarkand die Artemis Accords unterzeichnet und ist damit der 77. Staat im Staatenverbund für sichere und transparente zivile Raumfahrt.

Usbekistan ist den Artemis Accords beigetreten. Die Unterzeichnung erfolgte am 19. Oktober 2026 in Samarkand; die National Aeronautics and Space Administration (NASA) bestätigte den Schritt am 20. Oktober. Für Usbekistan setzte Außenminister Bakhtiyor Saidov seine Unterschrift unter das Dokument. Mit dem Beitritt steigt die Zahl der Unterzeichnerstaaten nach NASA-Angaben auf 77.

Die Artemis Accords sind 2020 von den Vereinigten Staaten mit Partnerländern eingeführt worden. Sie formulieren praktische Grundsätze für sichere, transparente und verantwortliche zivile Raumfahrt. Dazu zählen die friedliche Nutzung des Weltraums, der offene Zugang zu wissenschaftlichen Daten, gegenseitige Hilfeleistung in Notfällen, die Registrierung von Raumobjekten, die Vermeidung von Interferenzen zwischen Missionen sowie der Schutz historisch bedeutsamer Stätten und Artefakte. Die Accords sind völkerrechtlich nicht bindend, sollen aber gemeinsame Standards für die Zusammenarbeit bei Missionen zum Mond, zum Mars und darüber hinaus setzen.

Nach Angaben der NASA hat Usbekistan seine Zusammenarbeit mit der internationalen Raumfahrtgemeinschaft zuletzt ausgebaut. Vertreter der Agentur trafen Anfang Oktober am Rande des International Astronautical Congress 2026 in Antalya mit Delegationen des usbekischen Ministeriums für digitale Technologien und der nationalen Raumfahrtagentur Uzcosmos zusammen, um über mögliche Felder der zivilen Kooperation zu sprechen. Aus Taschkent heißt es, Studierende arbeiteten an einem ersten CubeSat des Landes, dessen Demonstrationsstart bis 2028 vorbereitet werden soll. Konkrete gemeinsame Projekte, Finanzierungsvolumina oder Zeitpläne wurden in den vorliegenden Verlautbarungen nicht genannt.

Der Beitritt Usbekistans erweitert die von den Vereinigten Staaten initiierte Koalition von Staaten, die sich zu gemeinsamen Verhaltensprinzipien in der zivilen Weltraumforschung bekennen. Aus Sicht Washingtons stärkt dies die internationale Koordination zukünftiger Missionen, insbesondere im Umfeld des Artemis-Programms. Zugleich signalisiert Taschkent, dass es den Aufbau eigener Kompetenzen in der Raumfahrtindustrie vorantreiben will. Welche praktischen Folgen dies kurz- und mittelfristig hat, hängt von nachfolgenden Abkommen über konkrete Missionen, Daten- und Technologieteilung sowie Ausbildungsvorhaben ab.

Fest steht der formale Schritt: Die Unterzeichnung in Samarkand am 19. Oktober 2026 ist durch die NASA und offizielle Stellen Usbekistans dokumentiert. Aussagen über künftige Aktivitäten bleiben programmatisch und bedürfen weiterer Vereinbarungen, bevor sie als gesichert gelten können.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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