Die U.S. Citizenship and Immigration Services hat nach übereinstimmenden Medienberichten Dutzende bis Hunderte Ermittler der Fraud Detection and National Security Directorate (FDNS) auf zwei Schwerpunkte umgelenkt: die Suche nach mutmaßlichen „unlawful voters“ in Wählerverzeichnissen sowie ein intensiveres Screening von Anträgen südafrikanischer Flüchtlinge. Grundlage ist eine interne Mitteilung, über die zunächst die Washington Post am 25. August berichtete; The Guardian und weitere US‑Medien zitierten das Dokument ebenfalls.
Faktisch handelt es sich um eine Prioritätenverschiebung innerhalb der USCIS, die organisatorisch dem Department of Homeland Security untersteht. Die Washington Post beruft sich auf mehrere frühere Regierungsbeamte, die vom Umfang der Maßnahme sprachen; genaue Zahlen und eine offizielle Dauer nannte die Behörde bislang nicht. USCIS und DHS äußerten sich öffentlich zurückhaltend. Nach Angaben aus den Berichten sollen FDNS‑Beschäftigte „vollzeit“ auf die beiden Vorhaben konzentriert werden.
Zugeschriebene Aussagen: Regierungsvertreter betonen laut diesen Berichten, die Fokussierung auf Wahlregister diene der Prüfung möglicher Rechtsverstöße durch Nicht‑Staatsbürger und erfolge rechtlich geprüft und datenbasiert. Kritiker – darunter Wahlrechtsforscher und ehemalige Sicherheitsverantwortliche – sehen hingegen keine belastbaren Belege für einen systematischen Nicht‑Bürger‑Wahlbetrug und warnen, dass die Umverteilung die Bearbeitung regulärer Einwanderungs- und Sicherheitsprüfungen verzögere. Sie fordern Transparenz über Datengrundlagen, Trefferlisten und Methodik.
In den vergangenen Wochen hatte das Thema vermeintlicher Nicht‑Staatsbürger in Wählerregistern in Washington an politischem Gewicht gewonnen. Parallel dazu räumte das Department of Homeland Security in Berichten öffentlich ein, dass zuvor kommunizierte Zahlen zu angeblichen Nicht‑Bürgern auf Wählerlisten überhöht waren. Recherchen von KPBS, Georgia Public Broadcasting und ProPublica stellten methodische Schwächen solcher Abgleiche heraus, etwa Verwechslungen aufgrund Namensgleichheit, veralteter Einbürgerungsdaten und uneinheitlicher Datenpflege in den Bundesstaaten.
Einordnung und mögliche Folgen: Die FDNS dient innerhalb der USCIS der Betrugsprävention und Sicherheitsprüfung quer über Schutz‑ und Aufenthaltsverfahren. Eine breit angelegte Umsteuerung von Personal kann kurzfristig Kapazitäten für die genannten Projekte schaffen, riskiert jedoch, an anderer Stelle Rückstaus zu vergrößern. Ob und in welchem Umfang die neue Priorisierung tatsächliche Rechtsverstöße identifiziert, bleibt offen, solange die Datengrundlagen und Prüfergebnisse nicht veröffentlicht sind. Konkrete harte Maßnahmen gegen Wahlberechtigte oder Antragsteller sind bislang nicht bekannt geworden.
Die Berichte datieren vom 24. und 25. August 2026 und betreffen einen landesweiten Vorgang; ein enger regionaler Bezug liegt nicht vor.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).