Die Vereinigten Staaten haben am 30. Oktober 2026 beim G20–Außenministertreffen in Atlanta das übliche Gruppenfoto abgesagt. Nach übereinstimmenden Agenturberichten strich der Gastgeber den Fototermin, weil mehrere europäische Delegationen erklärten, sie wollten nicht neben dem russischen Außenminister Sergej Lawrow stehen. Die erste Sitzung begann ohne das sogenannte family photo.
Aus Delegationskreisen hieß es, die Absage solle eine offene Konfrontation vor laufenden Kameras vermeiden. Vertreter aus der Europäischen Union verwiesen zur Begründung auf den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski begrüßte demnach den Schritt und signalisierte, er wolle sich nicht mit Lawrow ablichten lassen. Aus anderen europäischen Hauptstädten kamen ähnlich gelagerte Hinweise, ohne dass alle Positionen öffentlich gemacht wurden.
Die US-Seite äußerte sich zunächst nicht ausführlich, eröffnete das Programm jedoch ohne gemeinsamen Fototermin. Damit setzte das Außenministertreffen ein sichtbares Zeichen der Distanz gegenüber Russland. Zugleich hielten die Delegationen an den Arbeitsberatungen fest. Inhaltlich standen neben der Lage in der Ukraine auch globale Wirtschaftsfragen sowie regionale Sicherheitsrisiken auf der Tagesordnung.
Die Entscheidung hat vor allem symbolische Wirkung: Ein gemeinsames Foto würde Normalität suggerieren, die viele europäische Regierungen im Verhältnis zu Russland derzeit ausdrücklich verneinen. Bereits in früheren Formaten hatten einzelne Staaten aus Protest Fototermine gemieden oder den Saal verlassen. In Atlanta wurde die Zerreißprobe durch eine organisatorische Anpassung vorweggenommen.
Faktisch bestätigt ist die Absage des Fototermins und der Grundkonflikt über den Umgang mit Russland. Wertungen, wonach das Vorgehen tiefe Risse innerhalb der G20 belege, beruhen auf den geäußerten Vorbehalten europäischer Delegierter und der sichtbaren Abkehr von Ritualen der diplomatischen Höflichkeit. Ob und wie stark die Spannungen die Arbeitsfähigkeit der G20 in den kommenden Wochen beeinträchtigen, ist offen.
Das Außenministertreffen in Atlanta findet am 30. und 31. Oktober 2026 unter US-Gastgeberschaft statt. Russland nimmt auf Ministerebene mit Sergej Lawrow teil. Das US-Außenministerium koordiniert Ablauf und Sicherheitsprotokoll, äußerte sich am ersten Konferenztag jedoch vorrangig zu inhaltlichen Schwerpunkten. Eine formelle gemeinsame Erklärung zum Fototermin lag zunächst nicht vor; die Entscheidung wurde von Beteiligten und Beobachtern am Rande der Sitzungen bestätigt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).