Die Vereinigten Staaten, das Königreich Dänemark und die Regierung Grönlands haben am 18./19. September eine Grundsatzvereinbarung über eine vertiefte Sicherheitszusammenarbeit in der Arktis und im Nordatlantik angekündigt. Donald Trump lobte das Ergebnis und sprach von „permanenter Kontrolle“ der USA über die Sicherheit in Grönland. Kopenhagen und Nuuk wiesen dies zurück: Die Souveränität bleibe bei Dänemark, und das Abkommen bedürfe parlamentarischer Verfahren, bevor es in Kraft treten könne.
Nach einer Mitteilung der dänischen Regierung präzisiert die geplante Vereinbarung bestehende militärische Zugriffsrechte der USA in Grönland und vertieft die Kooperation in Bereichen wie Nachrichtendienst, Logistik und gemeinsamen Übungen. Die Regierung von Grönland betonte, Ziel sei die Stärkung der Sicherheit der Insel, des Königreichs und der westlichen Bündnispartner, ohne den verfassungsrechtlichen Status Grönlands zu verändern. Die dänische Seite unterstrich, dass die Vereinbarung nicht die Übertragung von Hoheitsrechten vorsehe und den üblichen innerstaatlichen Ratifizierungs- und Konsultationsschritten unterliege.
Rechtlicher Bezugspunkt bleibt der Verteidigungsvertrag von 1951 zwischen den USA und Dänemark, auf dessen Grundlage die US-Präsenz in Grönland seit Jahrzehnten besteht. Die nun angekündigte Vertiefung soll diese Praxis aktualisieren und konkretisieren. Unabhängig davon gilt: Formulierungen wie „permanente Kontrolle“, die Trump in sozialen Medien und öffentlichen Auftritten verwendete, gehen über das hinaus, was aus den amtlichen Verlautbarungen in Kopenhagen und Nuuk hervorgeht.
Für Washington hat die Vereinbarung strategisches Gewicht: Grönland liegt zwischen Nordatlantik und Arktis; auf der Insel befindet sich die Pituffik Space Base, ein zentraler Standort des US-Militärs im Hohen Norden. Aus Sicht Dänemarks und Grönlands stellen sich vor allem Fragen der parlamentarischen Zustimmung, der Rolle der grönländischen Autonomie und der Wahrung dänischer Hoheitsrechte. Zeitpläne für die abschließenden Verfahren nannten die Regierungen nicht.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Konkurrenz in der Arktis und der Modernisierung von Frühwarn- und Überwachungskapazitäten. Während Befürworter in Washington die größere Handlungsfähigkeit gegenüber Russland und China betonen, verweisen dänische Politiker auf die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit mit den USA an klare rechtliche Leitplanken zu binden. Ob und in welcher Form der Sicherheitsrahmen endgültig in Kraft tritt, wird sich erst nach Abschluss der Verfahren in Kopenhagen und Nuuk zeigen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).