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Vor Abstimmung in Kalifornien: Ökonomen widersprechen sich zur Milliardärssteuer

Kurz vor der Abstimmung über Proposition 40 in Kalifornien kommen zwei aktuelle Forschungsarbeiten zu gegensätzlichen Ergebnissen: Die einen erwarten einen Milliardenüberschuss, die anderen warnen vor Nettoverlusten durch Abwanderung.

Kalifornien stimmt am 3. November 2026 über Proposition 40 ab, eine einmalige Abgabe von 5 Prozent auf das weltweite Nettovermögen von Personen mit mehr als einer Milliarde US‑Dollar. Zwei jüngst veröffentlichte Arbeitsberichte ziehen daraus sehr unterschiedliche fiskalische Szenarien – und prägen damit die Debatte unmittelbar vor dem Votum.

Eine Analyse von Jasper Boll, Emmanuel Saez und Gabriel Zucman schätzt den Einmalertrag auf rund 100 Milliarden US‑Dollar. Sie verweist darauf, dass das kollektive Vermögen kalifornischer Milliardäre Mitte 2026 etwa 2,3 Billionen US‑Dollar betragen habe. Demnach würden die jährlichen Einkommensteuereinnahmen Kaliforniens durch Abwanderung nur geringfügig sinken. Die Autorinnen und Autoren stützen sich auf Vermögensschätzungen, öffentliche Milliardärslisten wie Forbes sowie Modellannahmen mit begrenzter Abwanderungsreaktion. Die Arbeit erschien im Oktober 2026 beim National Bureau of Economic Research (NBER).

Demgegenüber kalkulieren Benjamin Jaros und Joshua Rauh in einer NBER‑Arbeit vom Oktober 2026 den Einmalertrag deutlich niedriger – auf etwa 28 bis 36 Milliarden US‑Dollar. Unter Einbeziehung dauerhafter Steuerausfälle durch Abwanderung veranschlagen sie einen negativen Barwert von rund 38,9 Milliarden US‑Dollar. Zur Begründung führen sie an, dass bereits bestätigte Wohnsitzverlegungen vor einem Stichtag – in der Debatte wird häufig der 1. Januar 2026 genannt – einen erheblichen Teil der Steuerbasis geschmälert hätten und migrationsbedingte Verluste bei den Einkommensteuern realistischerweise höher ausfielen.

Die Spannbreite der Ergebnisse beruht auf unterschiedlichen Annahmen: zur Mobilität sehr Vermögender, zur gerichtlichen Haltbarkeit rückwirkender Elemente und zur Frage, ob ein einmaliger Abzug dauerhafte Verhaltensänderungen auslöst. Unstrittig ist, dass beide Teams prominente Forscher vertreten und auf öffentlich zugänglichen Daten, Steuerstatistiken und Simulationen aufbauen. Strittig bleiben Parameter wie der Anteil und das Profil der Abwandernden, der dauerhafte Rückgang von Einkommensteuern sowie Abschläge für Vermeidungsstrategien.

Politisch geht es über Kalifornien hinaus. Befürworter sehen in Proposition 40 ein Instrument, außergewöhnliche krisenbedingte Vermögenszuwächse partiell abzuschöpfen und Haushaltslücken zu schließen. Gegner warnen vor Kapital‑ und Talentabfluss, höheren Finanzierungskosten des Bundesstaats und rechtlichen Risiken. Ob andere US‑Bundesstaaten oder der Bund ähnliche Instrumente prüfen, hängt vom Ergebnis in Kalifornien, möglichen Gerichtsverfahren und den tatsächlichen Wanderungsbewegungen ab. Aussagen zu langfristigen Wirkungen sind daher prognostisch und bleiben an rechtliche Klärungen und politische Folgeentscheidungen gebunden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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