Der Vorsitzende des Senate Armed Services Committee, Senator Roger Wicker (R‑Mississippi), hat am 22. September 2026 öffentlich scharfe Kritik an der von Präsident Donald Trump geplanten Empfangsfolge für Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping geübt. In einer Rede auf dem Senatsboden sagte Wicker, er hätte dem Weißen Haus geraten, Xi «nicht zu einem so prunkvollen Empfang» nach Washington einzuladen. Wicker nannte Xi einen „brutalen, nicht gewählten und unterdrückenden Diktator“ und forderte, der Präsident müsse die Themen Menschenrechte, Taiwans Sicherheit und Chinas militärischen Aufrüstungspläne unmittelbar ansprechen. (Rede Senatsboden, 22. September 2026.)
Die Äußerungen des Ausschussvorsitzenden fallen unmittelbar vor dem offiziellen Staatsbesuch Xis, der vom 23. bis 25. September 2026 in Washington stattfindet. Der Empfang umfasst nach Angaben des Weißen Hauses eine formelle Ankunft an Joint Base Andrews, bilaterale Gespräche und ein Staatsbankett im Weißen Haus. Wicker verwies in seiner Rede darauf, dass die Präsenz Chinas in der Region, Pekings Unterstützung für den Iran und die Modernisierung der Volksbefreiungsarmee zentrale sicherheitspolitische Herausforderungen für die Vereinigten Staaten darstellten und während aller Begegnungen Thema sein müssten.
Die Kritik eines ranghohen republikanischen Ausschussvorsitzenden an einem vom Präsidenten organisierten Staatsakt ist bemerkenswert: Der Vorsitz des Armed Services Committee verantwortet im Kongress die Aufsicht über Verteidigungsbudgets, Rüstungsbeschaffungen und die militärische Bereitschaft der Streitkräfte im Indopazifik. Außenpolitische Protokolle liegen formal in der Zuständigkeit der Exekutive, doch können Vorsitzende durch Anhörungen, Gesetzesvorstellungen und Haushaltsentscheidungen Einfluss nehmen.
Hintergrund ist die angespannte Gesamtlage in den Beziehungen zwischen Washington und Peking: Handel, Künstliche Intelligenz sowie Pekings Drohungen gegenüber Taiwan standen in den vergangenen Monaten im Mittelpunkt parlamentarischer Befragungen und Berichte. Wicker forderte in seiner Rede auch, dass Präsident Trump die Verteidigungshilfe und Rüstungslieferungen an Taiwan vorantreiben solle und Menschenrechtsfragen gegenüber der chinesischen Führung deutlich adressiert werden müssten.
Konkrete legislative Schritte des Ausschusses als Reaktion auf Wickers Stellungnahme wurden zum Zeitpunkt der Rede nicht angekündigt. Das Weiße Haus veröffentlichte unmittelbar nach diesen Äußerungen keine formelle Reaktion. Die Debatte illustriert jedoch die Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei über den Umgang mit China und die Frage, wie Öffentlichkeitsrituale der Diplomatie mit Sicherheitsinteressen zu vereinbaren sind.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).