Arizona

Vorwürfe gegen Ex-Sheriff Mark Lamb verschieben Wählerstimmung in Arizona

Neue Berichte über sexuelle Fehlverhaltensvorwürfe gegen den Republikaner Mark Lamb belasten den Wahlkampf im fünften Kongressdistrikt von Arizona und entfremden vor allem Frauen aus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Im fünften Kongressdistrikt von Arizona gerät der republikanische Kandidat Mark Lamb, früher Sheriff des Pinal County, wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens unter Druck. Nach aktueller Berichterstattung wenden sich vor allem Frauen aus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage von ihm ab, was das sonst als verlässlich republikanisch geltende Mandat umkämpfter erscheinen lässt.

Auslöser der jüngsten Debatte sind zusammengeführte Recherchen regionaler Medien, die Aussagen mehrerer Frauen sowie digitale Kommunikationsnachweise schildern. Demnach soll Lamb zwischen 2016 und 2020 intime Nachrichten und Bilder verschickt haben; einige Frauen berichten zudem von Einschüchterungsversuchen. Die Vorwürfe wurden im Verlauf des Jahres 2026 wiederholt öffentlich thematisiert. Lamb weist sie als unwahr zurück.

Politisch hat die Affäre zwei gegenläufige Effekte: Einerseits verfügt Lamb weiterhin über Unterstützung einflussreicher Konservativer, darunter Donald Trump. Andererseits melden lokale Beobachter und Umfragen Vertrauensverluste bei konservativen Wählerinnen und Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die demokratische Kandidatin Elizabeth Lee stellt die Affäre als Frage der Rechenschaftspflicht und des Machtmissbrauchs dar. Sollte das Rennen in Arizona enger werden, könnten die Verhältnisse im Repräsentantenhaus insgesamt betroffen sein.

Zu den formalen Verfahren ist der Stand uneinheitlich. Gerichtliche Dokumente und zivilrechtliche Aktenanforderungen im Umfeld des Pinal County sind belegt. Die Staatsanwaltschaft des Pinal County erklärte, es gebe keine Unterlagen zu einer formellen Ermittlung gegen Lamb. Kritiker bemängeln gleichwohl, es seien zentrale Hinweise nicht umfassend geprüft worden. Ein strafrechtliches Verfahren gegen Lamb ist derzeit nicht ersichtlich. Berichte über innerkirchliche Bewertungen einzelner Vorwürfe stützen sich auf Angaben aus dem Umfeld; eine detaillierte öffentliche Stellungnahme der Kirche liegt nicht vor.

Der weitere Verlauf des Wahlkampfs hängt von zusätzlichen, quellengesicherten Informationen ab. Für die Wählerschaft im fünften Kongressdistrikt stellt sich damit die Frage, wie private Verfehlungsvorwürfe und Eignung für ein öffentliches Amt zusammenzudenken sind. Ob die Verschiebungen unter religiös geprägten Wählergruppen anhalten, wird maßgeblich bestimmen, ob der traditionell republikanische Sitz in Arizona bis zum Wahltag tatsächlich zur Schwachstelle für die Partei wird.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk